Bisher keine bestätigter Verdacht
Milzbrand-Alarm: Briefverteilerzentren zeitweise lahm gelegt

Verdächtige Postsendungen haben in der Nacht zum Mittwoch erneut mehrere Briefverteilerzentren der Deutschen Post zeitweise lahm gelegt. Betroffen waren unter anderem Offenbach am Main, Göttingen, Erfurt und Neubrandenburg. In den Zentren Mannheim und Reutlingen ruhte auch am Vormittag noch der Betrieb.

ap BONN. Bei etwa einem Prozent der bundesweit rund 72 Millionen Sendungen sei deshalb mit einem Tag Verzögerung bei der Zustellung zu rechnen, sagte die Sprecherin der Deutschen Post, Monika Siebert, in Bonn.

Die Sendungen mit verdächtigem Inhalt oder der Aufschrift seien der Polizei übergeben worden und würden geprüft. Bei Untersuchungen von Funden der vergangenen Tagen seien bisher keine gefährlichen Stoffe entdeckt worden, hieß es weiter. Die Mitarbeiter seien weiterhin zu erhöhter Wachsamkeit gehalten. Zugleich kündigte sie Regressforderungen der Post an Trittbrettfahrer an. «Das wird sehr, sehr teuer», betonte Siebert.

Bei dem Milzbrand-Alarm in Mannheim war am Dienstagabend an einer automatischen Sortieranlage aus einem Standardbriefumschlag ohne Absender weißes Pulver gerieselt. Kurz vor 17.30 Uhr wurden deswegen Polizei und Feuerwehr alarmiert. Zur Sicherstellung des Briefes war ein ABC-Zug der Berufsfeuerwehr im Einsatz. Ebenso waren Rettungsdienst und Notarztfahrzeug vor Ort. Drei Postbedienstete, die direkten Kontakt mit dem Umschlag hatten, erhielten vorsorglich Antibiotika. Der dekontaminierte Behälter mit dem Brief als Inhalt wurde von der Polizei zum Hygiene-Institut der Universität Heidelberg gebracht.

An der Fachhochschule Fulda wurden bei der Überprüfung des Posteingangs drei Briefe eines Fachliteratur-Verlags aus Boca Raton, Florida gefunden - aus der Firma, in der er es bestätigte Milzbrandinfektionen gegeben habe. Die ungeöffneten Umschläge wurden in Desinfektionsumschlägen verpackt und zur Untersuchung gebracht, wie die Polizei mitteilte.

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