Bisher Leiter der ständigen Vertretung bei der UNO
Dieter Kastrup soll neuer Kanzlerberater werden

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat Dieter Kastrup, den Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesregierung bei den Vereinten Nationen in New York, zu seinem neuen außen- und sicherheitspolitischen Berater ernannt.

ap NÜRNBERG/BERLIN. Das gab Schröder am Mittwoch am Rande des Nürnberger SPD-Parteitages bekannt. Kastrup folgt Michael Steiner nach, der am Vortag als Konsequenz aus der "Kaviar-Affäre" zurückgetreten war.

Schröder bezeichnete den Botschafter bei der UN als einen der erfahrensten deutschen Vertreter im Ausland. Kastrup solle sein Amt Anfang 2002 aufnehmen. In der Zwischenzeit übernähmen die Experten der zuständigen Abteilung im Kanzleramt die Aufgaben, sagte Regierungssprecher Bela Anda.

Der 64-jährige Kastrup ist nach dem Studium und der Promotion als Jurist 1965 in den Auswärtigen Dienst eingetreten. Seine Stationen waren Rio de Janeiro, Teheran und Washington. 1988 wurde er Leiter der Politischen Abteilung im Auswärtigen Amt. Ab Januar 1991 war er dort Staatssekretär. Anschließend leitete er die Botschaft in Rom, und 1998 wurde er Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik bei den Vereinten Nationen.

Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye sagte in Berlin, Steiner werde wieder ins Auswärtige Amt zurückkehren. Über seine weitere Verwendung sei noch nicht entschieden, hieß es in Außenamtskreisen. Bevor er Kanzleramtsberater wurde, war Steiner Botschafter in Prag. Steiner hatte am Dienstag wegen der so genannten Kaviar-Affäre seinen Rücktritt eingereicht. Weil er Luftwaffenangehörige beschimpft hatte, droht ihm nach wie vor ein Disziplinarverfahren. Heye wies auf die Frage, ob Steiner nach der Affäre die Bundesrepublik noch im Ausland vertreten könne, auf dessen ausführlichen und nachdrücklichen Entschuldigungen für seine Entgleisung hin. Wie die Angelegenheit weiter behandelt werde, müsse den zuständigen Stellen im Auswärtigen Amt überlassen werden. Sicherlich müsse auch erst einmal der Ausgang des Verfahrens abgewartet werden. Heye nannte Steiner einen "fachlich hervorragenden Beamten".

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