Bisher mit nur 500 Kunden in den USA
Bezahlfernsehen German TV fehlen die Abonnenten

Das von der Auslandsrundfunkanstalt Deutsche Welle (DW) und den Sendern ARD und ZDF vor wenigen Wochen gestartete "German TV" hat bisher in den USA nur 500 Abonnenten gewonnen. Über den Pay-TV-Kanal können Fernsehzuschauer in den USA eine Auswahl aus den deutschen öffentlich-rechtlichen Programmen empfangen. Der Bund finanziert das Projekt bis 2006 mit jährlich 5,31 Mill. Euro.

hps KÖLN. Um schwarze Zahlen zu schreiben, muss "German TV" in sechs Jahren 70 000 Abonnenten gewinnen, sagte Erik Bettermann, Chef der Deutschen Welle, in Köln. "Wenn wir nach drei Jahren nicht ungefähr die Hälfte dieser Abonnentenzahl erreichen, bekäme ich Probleme", fügte der Intendant hinzu. Trotz der bisher enttäuschenden Abonnentenzahl gibt sich Bettermann optimistisch. Es habe bisher schon 4 500 Anfragen geben. Das deutschsprachige Auslandsfernsehen wird in den USA über die Satelliten des Anbieters Globecast ausgestrahlt. Einen Vertrag über die Anmietung hatten Bettermann und Globecast-Vizepräsident Alain Baget im Dezember unterzeichnet. Doch die Ausstrahlung über Satellit bietet in den USA offenbar nur eingeschränkte Wachstumsmöglichkeiten. "Das Problem ist die technische Verbreitung. Für das Publikum ist es gegenwärtig zu kompliziert, an das Programm zu kommen. Doch das wird hoffentlich im Laufe der Zeit besser", erklärte ARD-Vorsitzender Fritz Pleitgen. "Wir müssen in das Kabel", fordert Bettermann für die Zukunft. Dazu würden Gespräche mit dem New Yorker Medienkonzern AOL Time Warner geführt.

Die Chancen für eine Übereinkunft sind offenbar gut: Wie Joe Di Geso, Vizepräsident der Kabeltochter Time Warner Cable, am Freitag in Berlin erläuterte, setzt der US-Medienkonzern beim digitalen Angebot auf TV-Inhalte für ethnische Minderheiten. Bettermann sieht "German TV" in den USA nur als Start einen weltweiten Angebots. Folgen sollen Auslandskanäle für Kanada und vor allem für Lateinamerika.

Der vor einem halben Jahr angetretene Intendant will die Deutsche Welle umfassend reformieren. Künftig soll sich der Auslandsrundfunk mit seinen Sendungen stärker regionalisieren. Als Schwerpunkte sieht Bettermann die Integration Europas und die Verständigung mit der islamischen Welt. Bettermann verlangt dafür mehr Steuermittel. Derzeit stehen dem Sender 281 Mill. Euro zur Verfügung. "Dieser Etat ist nur die Grundausstattung", sagt Bettermann. Er fordert zudem vom Bundestag eine verlässliche Finanzplanung. Die DW wird im Gegensatz zu ARD und ZDF nicht aus Gebühren, sondern aus Mitteln des Bundes finanziert.

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