Bisher starben 89 Menschen
Erdrutsch und drohender Vulkanausbruch auf Java

Die indonesischen Behörden riefen die höchste Warnstufe aus. Mindestens 89 Menschen starben durch Erdrutsche und Überschwemmungen. Mindestens 12000 Menschen flohen vor der glühenden Lava des Vulkans Merapi.

afp JAKARTA. Schwere Überschwemmungen mit Dutzenden Toten und ein drohender Vulkanausbruch haben die Bewohner der indonesischen Insel Java am Wochenende in Angst und Schrecken versetzt. Mindestens 89 Menschen starben durch Erdrutsche oder ertranken nach heftigen Regenfällen im Westen der Insel, wie die Presse am Sonntag berichtete. Weiter östlich flohen 12 000 Menschen von den Hängen des Vulkans Merapi, der glühende Lava und heiße Dampfwolken spuckte. Die Behörden riefen die höchste Warnstufe aus.

Am schlimmsten durch Regenfälle heimgesucht war die Region Lebak östlich der Hauptstadt Jakarta. Dort bargen Helfer nach Angaben der Behörden bis zum Sonntag allein 87 Tote. Insgesamt wurden mehr als 5000 Häuser in 46 Dörfern überschwemmt oder durch Schlammlawinen verschüttet. In Jakarta und der Provinzstadt Rangkasbitung ertranken zwei Männer in den Fluten. Durch das bereits seit einer Woche andauernde Unwetter brachen auch die Telefonverbindungen zusammen. Die Polizei weigerte sich, eine Opferbilanz zu erstellen.

In der Mitte der Insel spuckte der 2914 Meter hohe Merapi immer wieder Lava und heiße Asche. Tausende von Menschen verließen ihre Dörfer und versammelten sich bis Samstagabend in Evakuierungszentren. An die Bewohner wurden als Schutz gegen die Asche Atemmasken verteilt. Experten warnten vor Schlammlawinen und dem bis zu 900 Grad heißen Dampf. Sie befürchteten, die heftigen Regenfälle könnten die heißen Lavamassen im Krater des Vulkans zum Überlaufen bringen und eine Katastrophe auslösen. Am Sonntag harrten immer noch rund hundert Menschen in Notunterkünften aus.

Der Merapi ist bereits seit Wochen aktiv. Bei seinem bislang letzten großen Ausbruch im Jahr 1994 waren 60 Menschen getötet worden, mehr als 6000 Menschen mussten evakuiert werden. Seit 1930 kamen bei Eruptionen des Vulkans etwa 1300 Menschen ums Leben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%