Bisherige EU-Bananenpolitik hat Amerika benachteiligt
EU-Kommission beendet langjährigen Bananenkrieg

Die US-Handelssanktionen zeigen ihre Wirkung: Die EU-Kommission hat beschlossen, Bananenimporte ab dem Jahr 2006 nur noch über Zölle und nicht mehr über Mengenbeschränkungen zu regeln.

dpa BRÜSSEL. Die EU-Kommission hat einen Schlussstrich unter den langjährigen Streit mit den USA und Ecuador über die Bananeneinfuhr in die Union gezogen. Sie nahm am Mittwoch in Brüssel formell die neue Importregelung an, die ab dem 1. Juli gelten soll. "Die wichtigsten Beteiligten an diesem fast endlosen Streit haben sich auf eine ausgewogenen Lösung geeinigt", sagte EU-Agrarkommissar Franz Fischler.

Vor allem unter dem Druck von US-Handelssanktionen im Wert von etwa 200 Mill. Dollar (434 Mill. DM/222 Mill. Euro) wird die Union ihren Bananenimport neu regeln. Diese Strafzölle werden nach den Angaben von EU-Handelskommissar Pascal Lamy damit im Sommer zur Freude der europäischen Exportfirmen fallen. In den vergangenen Tagen und Wochen hatten Unterhändler der EU mit den USA und Ecuador Übereinkommen über die Einfuhrregeln erzielt.

Nach den neuen Regeln soll der Bananenimport in die Europäische Union ab dem Jahr 2006 nur noch über Zölle geregelt werden und die bisherigen Mengenbeschränkungen fallen. Die bisherige Bananenmarktordnung der EU, die auf einen Quotensystem beruht, ist nicht konform mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO).

Bis 2006 sollen nun die Lizenzen auf der Basis der Einfuhren in der Periode von 1994 bis 1996 vergeben werden. Zunächst hatte Brüssel das so genannte Windhundverfahren vorgesehen. Nach Prinzip "Wer zuerst kommt mahlt zuerst" sollten dabei die Quoten den zuerst anfragenden Importeuren zugeschlagen werden. Dieses System hätte wettbewerbsschwächere Anbieter aus den USA benachteiligt, meinten Branchenkenner.

Hintergrund des Bananenstreits sind die Zollvergünstigungen, die die EU bislang Staaten der Dritten Welt für ihre Bananenexporte nach Europa gewährt. Unter diesen Staaten sind viele frühere Kolonien. Die USA und auch Ecuador sahen darin eine Benachteiligung für die Exporteure der so genannten Dollarbananen, die von US-Firmen wie Chiquita vorwiegend in Lateinamerika angebaut werden.

Jetzt werden Quoten zu Gunsten der Dollarbananen umgeschichtet. Allerdings bleibt den Staaten des Afrika-, Pazifik- und Karibikraumes (AKP) eine zollfreies Kontingent von 750 000 (vorher: 850 000) Tonnen im Jahr. Die EU lässt daneben etwa 2,5 Mill. Tonnen Dollarbananen in den gemeinsamen Markt.

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