Bisherige Opposition leicht vorn
Rekordbeteiligung an Stichwahl in Ungarn

Im zweiten Wahlgang haben die Wähler in Ungarn am Sonntag über ihre zukünftige Regierung entschieden. Dabei wollten die bislang oppositionellen Sozialisten (MSZP) ihren hauchdünnem Vorsprung aus der ersten Runde der Parlamentswahl vor zwei Wochen in der Stichwahl verteidigen. Sie gingen leicht favorisiert in die Entscheidung in 131 Wahlbezirken.

WiWo/ap BUDAPEST. Die Wahlbeteiligung war noch höher als im ersten Wahlgang: Sechs Stunden nach Öffnung der Wahllokale hatten fast 43 % der Bürger ihrer Stimme abgegeben. Der Bund junger Demokraten (FIDESZ) von Ministerpräsident Viktor Orban und seine Mitte-Rechts-Koalition lagen im Großraum Budapest deutlich zurück und versuchten, mit verstärktem Wahlkampf auf dem Land Boden gut zu machen.

Allerdings haben die Liberalen, die die Fünfprozenthürde übersprangen, bereits ihr Interesse an einer Koalition mit den Sozialisten unter Peter Medgyessy bekundet. Sie zogen 70 Kandidaten für die Stichwahl zurück, um die Erfolgschancen der Sozialisten zu erhöhen, die MSZP im Gegenzug sieben zu Gunsten des Bundes Freier Demokraten (SZDSZ).

Seit dem 7. April verfügen die Sozialisten über 93 Sitze, die FIDESZ über 87 und die Liberalen über vier. Die rechtsextreme Partei der Gerechtigkeit (MIEP) scheiterte an der Fünfprozenthürde. Unterschiede in der Politik gab es kaum, beide Parteien versprachen Steuersenkungen und eine Stärkung des Wirtschaftswachstums. Orban erklärte, die hohe Wahlbeteiligung zeigte, dass die Ungarn an die Zukunft glaubten. Die Wahlbeteiligung war sechs Stunden nach Öffnung der Wahllokale noch höher als zur gleichen Zeit bei der ersten Runde vor zwei Wochen. Damals gaben mehr als 71 % der Wähler ihre Stimme ab.

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