Bisherigen Marktführer Avis soll bis 2003 von Platz eins verdrängt werden
Europcar will Marktanteil steigern und kündigt Preishöhungen an

Der zum Volkswagen-Konzern gehörende Autovermieter Europcar International S.A. hat seinen Marktanteil im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben ausgeweitet und für 2001 deutliche Preisanhebungen angekündigt.

Reuters PARIS. Ziel sei, bis 2003 den bisherigen Marktführer Avis in Europa von Platz eins zu verdrängen und weltweit Nummer drei im Vermietgeschäft zu werden, sagte Europcar-Vorstandschef Michael Kern am Montag vor Journalisten in Paris. Seinen Angaben zufolge hat Europcar seinen Marktanteil 2000 um knapp zwei Prozent auf annähernd 15 Prozent gesteigert und ist damit der Nummer eins in Europa ein Stück näher gerückt. Nach letzten verfügbaren Angaben lag Europcar 1999 mit 12,7 Prozent in Europa hinter Avis mit 15,2 Prozent und vor Hertz mit 11,1 Prozent.

Von der Volkswagen-Gruppe bezog Europcar Kern zufolge im vergangenen Jahr 28 Prozent seiner europaweit insgesamt 204 000 neu hinzu gekauften Autos. Dieser Anteil könne sich in den nächsten Jahren durchaus auf 35 Prozent erhöhen, sagte Kern weiter.

Nachdem die Preise bereits im vergangenen Jahr um durchschnittlich drei Prozent angehoben worden waren, sollen Kern zufolge in 2001 noch einmal bis zu fünf Prozent aufgeschlagen werden. Dabei könnten die Preise in einzelnen Märkten und Segmenten um bis zu 25 Prozent steigen, so dass der der Durchschnittswert europaweit zwischen vier und fünf Prozent liegen werde. Damit will Europcar die den Angaben zufolge wegen höherer Abschreibungsraten im vergangenen Jahr um zwölf Prozent gestiegenen Haltekosten ausgleichen. Die Bilanz 2000 sei außerdem durch die höheren Benzinpreise, gestiegene Versicherungskosten und die Euro-Schwäche belastet worden.

Den Umsatz steigerte Europcar im abgelaufenen Jahr um 16 Prozent auf 986 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern wurde mit 37 Millionen Euro angegeben, ohne dass eine Vergleichzahl genannt wurde. Kern sagte auf Nachfrage lediglich, im mit 40 Prozent wichtigsten Markt in Deutschland sei das Ergebnis gesunken, während es in den meisten anderen europäischen Ländern gestiegen sei. In Großbritannien sei der Verlust verringert worden.

Der Wettbewerb werde deutlich härter

Für das laufende Geschäftsjahr 2001 stellte Kern für den Markt ein "stürmisches Jahr" in Aussicht. "Wir werden im Rahmen der Bewältigung uns gemeinsam betreffender Probleme schneller und enger zusammenrücken, als dies der Harmonisierungsprozess der Europäischen Union möglicherweise vorgesehen hat", sagte Kern. Der Wettbewerb werde deutlich härter. Damit dürfte seinen Worten zufolge eine Marktbereinigung einhergehen, in deren Folge vor allem die Zahl kleinerer Autovermieter weiter abnehmen werde. Dabei erwägt Europcar Kern zufolge in Europa keine Übernahmen. In den USA sei man offen für Zukäufe, sehe sich aber nicht unter Zeitdruck.

Kern sagte weiter, er könne sich eine zentrale Rolle von Europcar beim Einstieg der Muttergesellschaft Volkswagen ins Luxussegment vorstellen. So könnten von VW geplante Modelle von Europcar vermietet werden, um deren Bekanntheit zu erhöhen. Denkbar sei etwa, dass eine Variante des von VW ab Ende 2003 geplanten Bugatti ins Angebot aufgenommen werde, sagte Kern. Volkswagen hatte seinen Anteil an Europcar Ende 1999 auf 100 Prozent von zuvor 50 Prozent aufgestockt.

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