Bisheriger Infrastruktur-Bauer verwandelt sich in Verkäufer von Datenkapazitäten - Wechsel in der Führungsspitze
Schwedische Telia ordnet Breitbandgeschäft neu

Der bisherige Chef Erik Heilborn wird durch Eva Lindqvist ersetzt, die bisher stellvertretende Leiterin der Sparte war. Heilborn soll eine neue Position erhalten, sobald die geplante Fusion von Telia mit dem finnischen Konkurrenten Sonera umgesetzt worden ist.

hst HB STOCKHOLM. Von der Neustrukturierung der Telia International Carrier-Aktivitäten werden etwa die Hälfte der weltweit 800 Arbeitsplätze betroffen sein. Das gab der staatlich kontrollierte Konzern in Stockholm bekannt. Telia will seine asiatischen und britischen Zweigstellen schließen sowie in den USA künftig keine inneramerikanischen Dienste mehr anbieten. Außerdem verzichtet das Unternehmen auf weitere Akquisitionen und konzentriert sich stattdessen auf den Verkauf von Übertragungskapazitäten an Großkunden. Durch die Maßnahmen verwandelt sich der bisherige Infrastruktur-Bauer zu einem reinen Verkäufer von Datenkapazitäten.

Von den Maßnahmen, die das dritte Quartal mit rund 3,5 Mrd. Kronen (379 Mill. Euro) belasten, erhofft sich Telia-Chef Anders Igel eine schnelle Erholung der angeschlagenen Sparte, die allein im zweiten Quartal dieses Jahres ein Minus von 287 Mill. Kronen (31 Mill. Euro) verbuchte. Telia International Carrier korrigiert weiter seine Vermögenswerte um 6 Mrd. Kronen (650 Mill. Euro) auf etwa 4,5 Mrd. Kronen (487 Mill Euro). Igel rechnet nun damit, dass die Problemsparte schwarze Zahlen schreiben wird. Eine zeitliche Perspektive gab er allerdings nicht. Während seine Vorgängerin, Marianne Nivert noch im Juli 2002 den Verkauf der Carier-Sparte abgelehnt hatte, nahm Igel gestern eine vorsichtigere Haltung ein. Sollte Telia International Carriers wieder profitabel arbeiten, sei ein Verkauf durchaus denkbar, erklärte er.

Telia hatte in den vergangenen Jahren durch Akquisitionen und eigenen Ausbau ein Glasfaserkabelnetz von rund 40 000 Kilometern Länge in Europa und den USA geschaffen. Der Konzern bietet Daten- und Sprachkapazitäten an und hatte erst vor kurzem Teile des in Konkurs gegangenen niederländischen Konkurrenten KPN Quest gekauft. Die Glasfaser-Sparte war von Beginn an ein Problembereich für Telia. Gründe dafür sind die harte Konkurrenz, die gesunkene Nachfrage nach Datenübertragungskapazitäten und die Verzögerungen beim Ausbau des Mobilfunks der dritten Generation (UMTS).

An der Börse wurden die Umstrukturierungsmaßnahmen positiv aufgenommen. Kurzzeitig stieg der Telia-Kurs um mehr als 4 %. Analysten begrüßten die Veränderungen, waren allerdings von den hohen Abschreibungen überrascht.

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