Bislang enttäuschende Absatzzahlen
Experten rechnen mit Kapitalfluss in Pensionsfonds

Trotz der bislang enttäuschenden Absatzzahlen bei Produkten für die betriebliche Altersvorsorge rechnen Experten mit einem stetigen Kapitalzufluss in Pensionsfonds und einer stärkeren Akzeptanz in Deutschland.

Reuters FRANKFURT. "Die Allianz geht davon aus, dass bis 2010 ein Fünftel der Deckungsmittel in der betrieblichen Altersversorgung auf Pensionsfonds entfallen wird. Nach unseren Erwartungen wären das immerhin 66 Milliarden Euro, die dann in Pensionsfonds investiert wären", sagte Michael Hessling, Aufsichtsrat der Allianz Dresdner Pensionsfonds AG und Vorstandsmitglied der Allianz Leben am Freitag bei einem Pressegespräch in Frankfurt. Insgesamt rechne die Allianz mit einer Verdoppelung der Deckungsmittel in der betrieblichen Altersversorgung bis 2010 auf etwa 660 Milliarden Euro von 330 Milliarden Euro im Jahr 2000. Die Allianz strebe hierbei einen Marktanteil von 15 Prozent an.

Auch Boy-Jürgen Andresen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung e.V., sieht für die Pensionsfonds in Deutschland gute Entwicklungschancen. Er mahnte, die Rentenreform der Bundesregierung zu früh als gescheitert zu erklären. "Gerade die betriebliche Altersversorgung erlebt durch die Rentenreform einen Boom. Die steuerliche Förderung wird auch dem Pensionsfonds zum Erfolg verhelfen und ihn zu einem wesentlichen Element in der betrieblichen Altersversorgung machen", sagte Andresen. Der Pensionsfonds sei verglichen mit den anderen Produkten nicht schlecht aufgestellt, fügte er hinzu. Der Markt für Produkte für betriebliche Altersversorgung sei aber "kein Goldgräbermarkt". Eine richtige Bilanz zur Entwicklung des Pensionsfondsmarktes könne erst in drei bis vier Jahren gezogen werden.

Der Pensionsfonds ist seit dem 1. Januar 2002 als neue Variante der betrieblichen Altersvorsorge zugelassen. In ihrer Kapitalanlage sind Pensionsfonds weitgehend frei. Sie sind daher besonders attraktiv für Firmenkunden, die eine stärker renditeorientierte Altersversorgung einrichten wollen. In Deutschland ist der Anteil der betrieblichen Altersversorgung am Alterseinkommen mit fünf Prozent im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch sehr gering. In den Niederlanden sind es bereits 40 Prozent. Bis Ende Juni waren zehn Pensionsfonds in Deutschland genehmigt worden, über 20 weitere Pensionsfonds warten auf ihre Zulassung.

"Wir rechnen mit einem schnellen harten Wettbewerb auf dem Markt für Pensionsfonds", sagte Björn Schütt-Alpen, Geschäftsführer der Metallrente. Die Metallrente, das überbetriebliche Versorgungswerk der Metall- und Elektroindustrie, wurde im September 2001 von den Tarifpartnern der Metall- und Elektroindustrie eingerichtet. Inzwischen hat sich auch die Textil-, Holz-, Kunststoff- und Stahlindustrie dem Versorgungswerk angeschlossen. Metallrente wird durch ein Konsortium von vier Finanzdienstleistern betrieben, Konsortialführerin ist die Allianz. Sehr bald dürfte es so genannte Ratings und Rankings geben, die die Wertentwicklung der verschiedenen Pensionsfonds untersuchten, prognostizierte Schütt-Alpen. Durch den erwarteten Wettbewerb hätten die Unternehmen beziehungsweise Versorgungswerke die Möglichkeit, den Anbieter auszutauschen, sollte die Rendite nicht mehr stimmen, sagte er.

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