Bislang größte Neuemission in diesem Jahr
Nordex-Aktien kosten zwischen 11 und 14 Euro

Mit dem Windkraftanlagenhersteller Nordex AG geht die bislang größte Neuemission in diesem Jahr an den Neuen Markt. Die bis zu 36 Mill. Aktien des Börsenkandidaten werden in einer Preisspanne von elf bis 14 ? vom 20. bis zum 30. März zur Zeichnung angeboten, teilte die konsortialführende Bank Dresdner Kleinwort Wasserstein am Montag in Frankfurt mit. Die Erstnotiz am Neuen Markt ist für den 2. April vorgesehen. Mit dem Erlös aus dem Börsengang will das Unternehmen seine Produkte und Technologien weiterentwickeln und seinen Anteil am Weltmarkt durch internes und externes Wachstum steigern. Im vorbörslichen Handel per Erscheinen wurde das Papier am Montagnachmittag von der Börsenmakler Schnigge AG mit 13,00 zu 14,00 ? taxiert.

rtr FRANKFURT. Von den angebotenen Aktien kommen den Angaben zufolge 18 Mill. Aktien aus einer Kapitalerhöhung und weitere 18 Mill. Papiere aus Altaktionärsbesitz, von denen bis zu 4,7 Mill. Stücke als Mehrzuteilungsoption vorgesehen sind. Nach dem Börsengang und bei vollständiger Platzierung der Reserve werde sich der Streubesitz auf rund 69 % belaufen. Der Börsenwert des Unternehmens beläuft sich nach der Emission bei insgesamt 52,05 Mill. ausstehenden Aktien auf 572 bis 728 Mill. ?.

Der Anteil des bisherigen Großaktionärs, die Babcock-Borsig-Tochter BDAG Balcke-Dürr, werde sich auf 25 % nach zuvor 80,5 % belaufen, teilte das Unternehmen mit. Die Haltefrist für die Altaktionäre betrage zwölf Monate. 8,8 % der Basistransaktion seien für einen bevorzugten Erwerb der Aktionäre der BDAG mit Ausnahme der Babcock Borsig Beteiligungs GmbH reserviert, die für zwei BDAG-Aktien je eine Nordex-Aktie bevorrechtigt erwerben könnten.

Ulrich Norde, Händler bei der auf den vorbörslichen Handel mit Neuemissionen spezialisierten Börsenmakler Schnigge AG, sagte, die Nachfrage nach der Nordex-Aktie sei bislang eher verhalten. Dies könnte sich allerdings ändern, wenn am Dienstag die Zeichnungsfrist beginne. Interesse komme von privaten Anlegern. Das erste Taxe sei mit zwölf zu 15 ?, das erste Geschäft mit 13,50 ? festgestellt worden. Börsianer erwarten für die Aktie vor allem von Seiten der Privatanleger größeres Interesse. Nach den Kursverlusten bei den Technologietiteln der vergangenen Monate werde gerade der "Mann auf der Straße" diese Aktie aus dem Bereich erneuerbare Energien lieben, sagte David Abraham, Neuer Markt-Stratege bei Goldman Sachs.

Die 1985 gegründete Gesellschaft mit Sitz in Hamburg hat sich nach Angaben ihres Vorstandschefs Dietmar Kestner auf die Herstellung, Lieferung und den Verkauf von Windkraftanlagen konzentriert. Bei hochleistungsfähigen Windkraftanlagen in der Megawatt-Klasse sei Nordex technologisch führend und wolle mittelfristig unter die Top drei weltweit. Derzeit habe das Unternehmen sieben verschiedene Typen in seiner Produktpalette.

Akquisitionen nicht ausgeschlossen

Kestner sagte, Nordex wolle 15 Mill. ? in die Entwicklung eines Prototypen einer 5-Megawatt(MW) Windkraftanlage für den Offshore-Bereich investieren, die bis Anfang 2003 in Betrieb genommen werden solle. Die bislang größte Windkraftanlage habe eine Leistung von 2,5 MW und komme ebenfalls aus dem Hause Nordex. Weitere 15 Mill. ? will Nordex Kestner zufolge in ein Werk zur Produktion von Flügeln für Windkraftanlagen am Standort Rostock investieren. Die Gesellschaft wolle zudem in den Auf- und Ausbau ihrer Auslandsmärkte investieren. Mittelfristig strebe Nordex einen Exportanteil von 75 % an, sagte Kestner.

Wenn sich eine gute Gelegenheit ergebe, seien auch Akquisitionen nicht auszuschließen. Das Unternehmen müsse allerdings von der Technologie und Kultur her zu Nordex passen. Ein Teilbetrag von voraussichtlich rund 92,6 Mill. ? des Emissionserlöses will Nordex laut Emissionsprospekt für die Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber dem Babcock Borsig Konzern verwenden. Nach Einschätzung der Gesellschaft wird durch die Rückführung dieser Verbindlichkeiten die zukünftige Wachstumsplanung nicht beeinträchtigt.

Nordex erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/2000 (30. September) mit rund 580 Beschäftigten einen Umsatz von 273 Mill. ? bei einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 13,2 Mill. ?. Nordex-Finanzvorstand Rudolf Schulz sagte, im laufenden Geschäftsjahr 2000/2001 wolle die Gesellschaft ihren Umsatz um 20 bis 25 % bei einem Ebit auf Vorjahrsniveau steigern. Aufgrund hoher Investitionen in Technologie, Infrastruktur, Markterschließung sowie wegen der Aufwendungen für den Börsengang werde die Ebit-Marge rückläufig sein. 2001/2002 sei allerdings durch Wegfall der Einmalaufwendungen und das Erreichen der Gewinnzone in den Bereichen Rotortechnik und Skaleneffekte wieder eine Steigerung der Ebit-Marge zu erwarten. Nähere Informationen wollte Schulz mit Hinweis auf eine Platzierung der Nordex-Aktien in den USA nicht geben. Analysten rechnen für 2000/2001 mit einem Umsatz von 352 Mill. ? bei einem Ebit von 14 Mill. ? und für 2001/2002 mit einem Umsatz von 461 Mill. ? bei einem Ebit von 22 Mill. ?.

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