Bislang intakter Bärenmarkt: Analysten uneins: Große Erholung oder freier Fall?

Bislang intakter Bärenmarkt
Analysten uneins: Große Erholung oder freier Fall?

Die Meinungen der technischen Analysten gehen in dem derzeitigen Marktumfeld stark auseinander. Während einige den deutschen Aktienmarkt kurz vor einer großen Erholungsphase sehen, bleiben andere skeptisch und sehen wieder Kurse bei alten Tiefstständen.

vwd FRANKFURT. Das große Bild zeige nach wie vor einen intakten Bärenmarkt, meint Stephan Schilbe, technischer Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Dies werde sich auch so schnell nicht ändern, ist sich der Analyst sicher.

Momentan stabilisiere sich der DAX zwar etwas, aber bei 2.802 und 2.830 Punkten werde die Luft wieder extrem dünn. Zwar sei der Index technisch überverkauft, aber die 30- sowie die 100-Tage-Linie hätten weiter eine fallende Tendenz. Schilbe bemängelt den fehlenden Umsatz und die Tatsache, dass es "noch keinen wirklichen Sell-Off gegeben hat". Daher sei auch noch keine Ende des Bärenmarktes in Sicht. Unter Abwägen von Chance und Risiko rät der Analyst derzeit von einem Investment ab. Zu groß sei die Gefahr, dass der Dax auf alte Tiefs falle. Sollte das Oktober-Verlaufstief bei 2 519 Stellen nicht halten würden eine Menge "Notverkäufe" einsetzen und es seien dann erst wieder Unterstützungen bei 2 200/2 000 Punkten zu sehen, so Schilbe.

Positiver gestimmt sind dagegen Klaus Tafferner von der Concord Effekten AG und Sandra Schiller von der Commerzbank. Schiller erwartet kurzfristig stabile Kurse mit leichter Tendenz nach oben. Tafferner zufolge steht der deutsche Aktienmarkt sogar vor eine großen Erholungsphase. Die seit Anfang Dezember fünfteilige Abwärtsbewegung sei beendet, konstatiert Tafferner. Die technischen Indikatoren sendeten Kaufsignale. Ein interessantes Signal sei das Umsatzverhalten, so falle die Umsatzkurve, sobald die Kurs fielen, und sie steige, sobald die Kurse ins Plus liefen. Dies sei ein starkes Anzeichen für eine bevorstehende Wende, betont der Analyst.

Die erste wesentliche Zielmarke seien dabei 3 400 Punkte. Danach gebe es Luft bis 4 000 Zähler. Tafferner zufolge könnte dieses Ziel bereits bis zum Sommer 2003 erreicht werden. Erste Widerstände sieht er dabei bei 2.803, 2 834 und 3 060 Stellen. Unterstützung gebe es beim Jahrestief bei 2.528 Punkten. Sollte diese Marke unterschritten werden, gebe es vermutlich einen freien Fall im Dax. Dieser werde erst wieder in der breiten Unterstützungszone bei 2 032 bis 2 145 Zählern aufgefangen. Die Wahrscheinlichkeit für ein solches Szenario ist laut Tafferner jedoch nicht sehr groß.

Hypo-Vereinsbank als interessanter Nebenwert

Bei den Einzelwerten heben technische Analysten unter anderem die Hypo-Vereinsbank hervor. Heinz Stork von der Nols AG sieht für die Titel nach der Talfahrt wieder Kaufsignale. Gleichzeitig hätten der RSI auf 14-Tages-Basis und das Momentum auf 13-Tages-Basis ihre Abwärtstrends nach oben durchbrochen, was die Kaufsignale untermauere. Widerstand gebe es jedoch beim mittelfristigen Abwärtstrend bei 12,90 Euro.

Commerzbank-Analystin Sandra Schiller sieht Kaufsignale bei Bayer und der Deutschen Bank. Sie warnt vor währungssensiblen Titeln, die bei steigendem Euro unter Druck geraten könnten.

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