Bislang keine negativen Auswirkungen auf das Leben im Fluss festgestellt
Panne in BASF-Klärwerk belastet den Rhein

Die jüngste Störung ist bereits der 17. Zwischenfall auf dem Gelände des Ludwigshafener Werks innerhalb eines Jahres. Nach Angaben der BASF ist die Trinkwassergewinnung jedoch nicht gefährdet.

ap LUDWIGSAHFEN. Eine Störung im Klärwerk der Ludwigshafener BASF hat am Freitag dazu geführt, dass deutlich mehr Schadstoffe als gewöhnlich in den Rhein gelangten. Wie der Chemiekonzern am Freitag berichtete, ergaben Messungen bislang keine negativen Auswirkungen auf das Leben im Fluss. Auch die Trinkwassergewinnung sei nicht gefährdet. Dennoch löste das Unternehmen bereits in der Nacht zum Freitag eine Vorstufe zum Rheinalarm aus.

Nach Angaben der BASF wurden vor allem einfache Kohlenstoffverbindungen wie Methanol, Azeton oder Anilin verstärkt in den Fluss geschwemmt. Fluorierte oder chlorierte Kohlenwasserstoffe seien nicht in die Umwelt gelangt, sagte Pressesprecherin Sabine Schulte. Als Ursache für die Störung wurde die Umstellung der Kläranlage auf ein umweltfreundlicheres Reinigungsverfahren vermutet. Schulte machte keine Angaben über die Mengen, die über die defekte Kläranlage in den Rhein gelangten.

Insgesamt 39 Produktionsbetriebe wurden abgeschaltet

Um die Abwasserbelastung in Grenzen zu halten, wurden nach Werksangaben insgesamt 39 Produktionsbetriebe abgeschaltet. 21 weitere Betriebe drosselten den Ausstoß von Schmutzwasser. Dadurch stieg die Reinigungsleistung des Klärwerks im Laufe des Tages wieder auf rund 70 % der normalen Leistung. Die BASF-Kläranlage hat eine Tageskapazität von 438 000 Kubikmetern Wasser.

Die rheinland-pfälzischen Grünen sprachen von einer "schwarzen Serie" bei der BASF. Die jüngste Störung sei bereits der 17. Zwischenfall auf dem Gelände des Ludwigshafener Werks innerhalb eines Jahres. Der Landtagsabgeordnete Bernhard Braun forderte das Unternehmen auf, die Kläranlage so umzurüsten, dass künftig weniger Stickstoffe in den Rhein gelangen: "Die BASF-Kläranlage ist schon lange nicht mehr auf dem höchsten Technikniveau und hat die Nachrüstung dringend nötig."

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