Bislang schwerste Lebensmittelvergiftung in Japan
Vergiftete Milchprodukte bringen Snow Brand schwere Umsatzeinbußen

dpa-afx TOKIO. Der Skandal um verunreinigte Milchprodukte hat dem japanischen Molkereikonzern Snow Brand im Juli Umsatzeinbußen von rund 80 % beschert. Japans führende Molkerei erklärte am Mittwoch in Tokio, sie erwarte einen "zweistelligen Millionenverlust in Yen (mehrere 100.000 Euro) vor Steuern" und damit das erste Defizit seit dem Börsengang des Unternehmens 1950. "Wir führen den Verlust auf die von uns verursachte Vergiftung zurück", sagte Snow Brand-Sprecherin Kumiko Arayashiki. Die mit Bakterien verunreinigten Milchprodukte hatten bei mehr als 14.000 Menschen Krankheiten und Unwohlsein ausgelöst und zu einer zeitweiligen Stilllegung der Snow-Brand-Produktionsstätten geführt. Die Verbraucher hatten zudem die Produkte des Unternehmens in den Regalen liegen gelassen. Die Verluste würden durch Schadenersatzleistungen noch zunehmen. Snow Brand Milk Products hatte seine 21 Produktionsstätten im Juli zeitweise stillgelegt, nachdem tausende Menschen nach dem Genuss fettarmer Milch Anzeichen einer Lebensmittelvergiftung zeigten. In der Milch hatten sich Staphylokokken gebildet, weil ein Tankventil im Milchwerk in Osaka im Juni drei Wochen lang nicht gereinigt worden war. Die Ventile werden sonst wöchentlich gereinigt. Das Unternehmen räumte mangelnde Sorgfalt bei Hygienebestimmungen ein. Wegen der bislang schwersten Lebenmittelvergiftung in Japan waren der Snow-Brand-Präsident und sieben weitere Spitzenmanager Ende Juli zurückgetreten.

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