Bislang sind erst wenige Geräte verfügbar
Viag Interkom will mit GPRS die Karten im Mobilfunkmarkt neu mischen

jgo DÜSSELDORF. Viag Interkom hat sich mit der Einführung von GPRS (General Packet Radio Service) an diesem Mittwoch viel vorgenommen: Obwohl bislang erst ein Modell verfügbar ist, das für die Übertragung der Datenpakete geeignet ist, will die derzeitige Nummer vier im Mobilfunkmarkt den Zwischenstandard auf dem Weg zu UMTS dazu nutzen, einen Paradigmenwechsel einzuleiten. Kunden sollen sich in Zukunft ihren Netzbetreiber weniger nach den Preisen als vielmehr nach den Inhalten aussuchen.

"GPRS wird die Hackordnung in der Branche durcheinanderwirbeln", sagt Viag-Interkom-Sprecher Michael Rebstock im Gespräch mit Handelsblatt.com. "Bisher hatten wir es mit den vier Netzanbietern, den Gerätelieferanten und den Kunden zu tun, deren Inhalte, die Gespräche, über unsere Netze transportiert wurden. Jetzt kommt es darauf an, den Kunden selbst überzeugende Inhalte zu bieten." Die "völlig gleiche Ausgangssituation" sei eine große Chance, langsamere Konkurrenten hinter sich zu lassen. Viag Interkom habe dabei den Vorteil, dass sich das modernere Netz schneller und billiger auf GPRS umrüsten lasse. "Wir profitieren von der Gnade der späten Geburt", sagt Rebstock.

Nutzen ziehen will Viag Interkom neben der Vorreiterrolle auch aus den Erfahrungen mit lokalisierbaren Diensten. "Unser Genion-Angebot, bei dem der Aufenthaltsort des Nutzers über den Tarif entscheidet, wird uns helfen, auf den Ort zugeschnittene Informationen zu übermitteln", sagt Rebstock. Viag Interkom hat nach seinen Worten sicher gestellt, dass die Kunden den Service auch tatsächlich nutzen können. Eine Entwicklung wie beim Start von WAP, das als Surfen mit dem Mobiltelefon vermarktet worden war und zunächst nicht, da die Geräte fehlten, und dann entttäuschend langsam funktionierte, will Rebstock ausschließen. Viag Interkom habe die Versorgung mit Geräten sicher gestellt, sagt er. Verfügbar ist seinen Angaben nach bislang aber erst ein Modell der Firma Motorola.

Die Konkurrenz steht in den Startlöchern

Die Konkurrenz ist Viag Interkom bereits dicht auf den Fersen. T-Mobil geht Anfang Februar an den Start; die KPN-Tochter E-Plus hat Ende März als Datum genannt. Nur der Marktführer D2 Vodafone hat sich bislang nicht festlegen lassen. Für zusätzliche Dynamik hat zudem die Ankündigung des japanischen Mobilfunkanbieters NTT Docomo gesorgt, den in Japan mit durchschlagendem Erfolg eingeführten Dienst I-Mode in Zusammenarbeit mit KPN und Telecom Italia Mobile bis Ende des Jahres auch in Europa anzubieten.

Bei GPRS wird, anders als beim langsamen und wenig komfortablen WAP, und vergleichbar mit I-Mode, nicht nach Minuten, sondern nach übertragender Datenmenge abgerechnet. Die Übertragungsgeschwindigkeit soll deutlich über den bisher 9.600 KB liegen; zudem können die Geräte permanent "online" bleiben, da die Netze nur zur Übertragung genutzt werden.

Die Kooperationspartner will Viag Interkom erst auf der Cebit präsentieren; am Mittwoch wolle das Unternehmen zunächst die verschiedenen Preismodelle vorstellen, kündigte Rebstock an. Die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom hat das schon getan. T-Mobil bietet den Zugang via GPRS für 0,69 DM pro 10 Kilobyte-Block bei einem Nutzungsgrundpreis von 0,49 DM pro Tag oder für 0,19 DM für die gleiche Datenmenge bei einer Monatsgebühr von 19,95 DM.

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