Bislang wurde die Ware nur auf Parties verkauft
Der erste Shop für Tupperware

Millionen deutsche Hausfrauen kennen sie und viele haben eine - doch im Laden gab es Tupperschüsseln bisher nicht zu kaufen. Jetzt hat in Berlin der bundesweit erste "Tupperware-Shop" eröffnet, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Damit bekommt die Urform aller Heimverkaufsveranstaltungen Konkurrenz: Das unverwüstliche Plastikgeschirr wurde hier zu Lande seit knapp 40 Jahren ausschließlich auf "Tupperparties" in Wohnzimmern verkauft. Diese sollen allerdings auch künftig Herzstück der Vermarktungsstrategie bleiben, versicherte die Tupperware Deutschland GmbH. In den USA und anderen europäischen Ländern allerdings werden die Schüsseln bereits in Dutzenden Supermärkten angeboten.

dpa BERLIN. Der erste deutsche Tupper-Shop ist ein vorübergehend eingerichteter Verkaufsstand im Berliner Einkaufszentrum Gropius- Passagen, um den sich schon die Kundinnen drängen. Ende Februar solle der Laden aus dem Zentrum an einen anderen Ort wandern, erklärte das Unternehmen. Auch in anderen deutschen Städten sollen dann mobile Tupper-Stände von Passage zu Passage pendeln. Die Shops sollen ausschließlich in Einkaufszentren in Großstädten präsent sein.

Direktvertrieb war bisher für Tupperware der einzige Weg. Seit die anfangs bleichen oder pastellfarbigen Schüsseln 1962 ihren Siegeszug in deutsche Hausfrauenherzen antraten, verzichtete der Konzern auch praktisch auf Werbung. Das Konzept entstand 1956 in den USA, als sich Firmengründe Earl J. Tupper die "Wonderbowl" patentieren ließ. Mund- zu-Mund-Propaganda verschaffte den Behältnissen für Wurst, Käse, Dosenmilch oder Nudelsalat einen Bekanntheitsgrad von 90 Prozent. Inzwischen deckt die Produktpalette alles vom Kuchentransportbehälter bis zur Ausstechform oder dem Mikrowellengeschirr ab.

Dass in der Generation der jungen Frauen von heute vielleicht die Idee der "Tupperparty" nicht mehr so gut ankommt wie in früheren Jahren, sieht Firmensprecher Michael Raffel nicht so. Es gehe nur darum, die Zahl der - derzeit jährlich 15 Millionen - Kunden zu steigern. Doch Sabine Stern, die hinter dem Berliner Verkaufsstand steht, hat schon jetzt etliche Kundinnen, die sagen: "Endlich kann ich das im Laden kaufen." Andere meldeten sich am Stand, um eine Party veranstalten zu können, erzählt sie.

Dass das Ladenkonzept - dass in diesem Jahr auch noch in Düsseldorf und Frankfurt und Anfang kommenden Jahres in Potsdam und Sindelfingen Station machen soll - die Parties ablöst, sei mitnichten geplant, meint Raffel. Die Zahl der Parties sei im Ausland sogar eher gestiegen. In Deutschland sind es derzeit 1,5 Millionen jährlich. "Und die Gastgeberin bekommt ja auch immer ein schönes Geschenk", sagt Stern.

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