Bislang wurden keine Forderungen gestellt
Im Sudan verschleppte Deutsche vermutlich am Leben

Die Entwicklungshilfe-Organisation World Vision geht davon aus, dass ihre im Sudan verschleppten Mitarbeiter noch am Leben sind.

Reuters BERLIN/NAIROBI. Es gebe "Anzeichen der Hoffnung", dass die beiden Deutschen und der Kenianer unversehrt freikämen, sagte der Sprecher von World Vision Deutschland, Kurt Bangert, am Dienstag. Die drei Entwicklungshelfer waren der Organisation zufolge in der Nacht zum Montag nach einem Feuerüberfall im südsudanesischen Dorf Waat verschleppt worden. Bei dem Überfall sei ein kenianischer Mitarbeiter der Organisation getötet worden. Das Auswärtige Amt teilte in Berlin mit, es sei ein Krisenstab eingerichtet worden, der den Kontakt zu den Botschaften im Sudan und in Kenia halte.

Hinter der Tat stehe vermutlich eine bewaffnete Gruppe, bei der es sich jedoch nicht um die sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLA) handele, sagte Bangert. Zu der Gruppe bestehe keinerlei Kontakt, Forderungen seien bislang nicht gestellt worden. Die Hintergründe der Tat seien unklar. Man hoffe derzeit, dass es sich um keine gezielte Aktion gegen die Hilfsorganisation gehandelt habe, sondern um eine "Koinzidenz", sagte Bangert.

World Vision ist seit 1972 im Südsudan tätig, wo sie Gesundheits- und Entwicklungsdienste anbietet. Die Region um Waat wird von den Rebellen der SPLA gehalten. Dort kommt es jedoch auch immer wieder zu Gefechten zwischen kleineren bewaffneten Gruppen. Die sudanesische Regierung und die SPLA hatten in diesem Monat ein Friedensabkommen verkündet und damit Hoffnungen auf ein Ende des seit 19 Jahren andauernden Konflikts geweckt, in dem schätzungsweise zwei Millionen Menschen ums Leben gekommen sind. Der Bürgerkrieg im Sudan begann 1983, als die Gegensätze zwischen der moslemischen Regierung im Norden des Landes und den Rebellen im Süden eskalierten. Die Völker im Süden sind Christen oder Anhänger von Naturreligionen und suchten die Loslösung vom islamischen Norden.

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