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Bitkom erwartet 4,6 Prozent Wachstum der Branche

Der Branchenverband Bitkom hat wegen der konjunkturellen Abkühlung seine Wachstumsprognosen für den Markt für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) in Deutschland diesem Jahr halbiert.

Reuters MÜNCHEN. Der Verband rechne für 2001 nur noch mit einem Umsatzwachstum in der Branche von 4,6 % auf 254 Mrd. DM, sagte Bitkom-Präsident Volker Jung am Donnerstag in München. Noch im Juni hatte der Verband ein Plus von 8,7 % prognostiziert. Vor allem der Handymarkt werde zurzeit arg gebeutelt, sagte Jung. "Hier müssen wir dieses Jahr einen Umsatzrückgang von voraussichtlich 25 % hinnehmen." Weltweit gehe er aber von einem stagnierenden Absatz von rund 400 Mobiltelefonen aus.

"Nicht nur in der Politik, auch für unsere Branche zählt das Jahr 2001 zu einem der turbulentesten der Geschichte", sagte Jung. Die schwache Konjunktur vor allem in den USA habe durch die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon einen zusätzlichen Dämpfer erhalten. Für das kommende Jahr rechne der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) mit einer Steigerung des deutschen ITK-Marktes um 4,9 % auf 267 Mrd. DM. "Rekordzuwächse von gut zehn Prozent wie in den Jahren 1998 bis 2000 lassen sich nicht endlos fortsetzen", sagte Jung. Der ITK-Markt bleibe aber einer der Wachstumsmotoren für die deutsche Wirtschaft.

Vor allem die Märkte für Personal Computer und Mobiltelefone litten unter einer anhaltenden Schwäche, sagte Jung, der auch Vorstandsmitglied des weltweit viertgrößten Handyherstellers Siemens ist. "Im vergangenen Jahr wurden die Handys gekauft, in diesem Jahr wird telefoniert." Nach Angaben von Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder rechnet der Verband im kommenden Jahr mit einem erneuten Rückgang des Handyabsatzes in Deutschland um fünf Prozent.

Für den weltweiten Handymarkt gab sich Jung optimistischer. Für 2001 erwarte er einen globalen Absatz von rund 400 Mill. Mobiltelefonen und damit eine konstante Entwicklung. Für das nächste Jahr prognostizierte der Bitkom-Präsident ein Wachstum des Handymarktes von fünf Prozent. Für das Weihnachtsgeschäft äußerte er sich weiter zuversichtlich. Die Zurückhaltung der Konsumenten nach den Anschlägen in den USA werde sich schnell legen.

Sorgen bereitet dem Verband nach eigenen Angaben die Unsicherheit beim Aufbau der Netze für den neuen Mobilfunkstandard UMTS, mit dem die Übertragung von bewegten Bildern auf mobile Endgeräte möglich werden soll. Die Diskussion, ob die elektromagnetischen Felder der Mobilfunkantennen gesundheitsschädlich seien, behindere den flächendeckenden Aufbau des UMTS-Netzes in Deutschland, der Mitte 2002 beginnen soll. Der Verband kündigte jedoch an, durch wissenschaftlich fundierte Informationen für mehr Aufklärung zu sorgen.

Innerhalb der deutschen ITK-Branchen zeigten die Internet- und Online-Dienste das größte Entwicklungspotenzial. Sie sollen dem Verband zufolge 2001 um 40 % zulegen und im nächsten Jahr noch um 20 % wachsen. Der gesamte Telekommunikationsmarkt werde 2001 rund zwölf Prozent wachsen, die Informationstechnik um neun Prozent.

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