BITKOM-Konjunktur-Umfrage
Internet-Wirtschaft erwartet kräftiges Wachstum

Die deutsche Informations- und Telekommunikationswirtschaft erwartet einer Branchenumfrage zufolge für dieses Jahr ein kräftiges Umsatzwachstum.

Reuters BERLIN. "Mit einem erwarteten Plus von 8,7 Prozent für das laufende Jahr ist die ITK-Branche der Wachstumsmotor schlechthin", sagte der Präsident des Branchenverbandes BITKOM, Volker Jung, am Freitag in Berlin bei der Vorstellung der ersten Konjunktur-Umfrage des Verbandes. "Allerdings ist die Ertragslage im Moment eher schwierig." So erwarte nur etwas mehr als die Hälfte der befragten Firmen in diesem Jahr eine Gewinnsteigerung. Mit einem Ertragsplus rechneten besonders Internet-Dienste.

"Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft geht es uns weiterhin blendend", sagte Jung. Die Branche rechne im Vergleich zum Vorjahr mit einer Umsatzsteigerung um 21 Mrd. Mark auf 262 Mrd. Mark. Vor allem für die zweite Jahreshälfte gingen die befragten Firmen von einer anziehenden Nachfrage aus. Der BITKOM befragte für die Studie 150 Mitgliedsunternehmen mit einem gesamten Jahresumsatz von rund 100 Mrd. Euro.

Zweistellige Wachstumsraten

Das stärkste Umsatzwachstum wird Jung zufolge von den Onlinediensten und Software-Firmen erwartet. Viele der befragten Firmen gingen von zweistelligen Wachstumsraten aus. Die Schere zwischen Umsatz- und Ertragsplus ginge aber gerade bei diesen Unternehmen stark auseinander. Bei den Onlinediensten müsse Gewinn vor allem durch Nutzungsgebühren erzielt werden. "Werbung kann eine zusätzliche Einnahmequelle sein, aber keine ganze Branche finanzieren", sagte Jung.

Am schwierigsten sei das Geschäft mit Computer-Hardware und Telekommunikations-Endgeräten. Jeder vierte Anbieter von IT-Hardware berichte über zurückgehende Verkaufszahlen im Inland, sagte der BITKOM-Präsident. "Gerade in der Zeit des Übergangs von (den Mobilfunk-Übertragungstechnologien) GSM und GPRS auf UMTS schwächelt die Handy-Branche." Dennoch sei klar, dass die geplante Umstellung auf UMTS auch erhebliche Umsätze bei Endgeräten bringen werde. Die über GPRS abrufbaren Internet-Dienste seien noch nicht vielfältig genug.

Investition in Netzaufbau

Anders als in den Handy-Markt würde in den Aufbau der Netze zurzeit erheblich investiert. "Der Aufbau der UMTS-Netze wird die in diesem Segment tätigen Firmen bis an die Kapazitätsgrenze auslasten", sagte Jung. Am dynamischsten entwickelten sich jedoch IT-Serviceanbieter. Zwei Drittel der Firmen melden der Branchenumfrage zufolge ein Umsatzplus.

Jung klagte über mangelndes Interesse der Finanzmärkte an der Wachstumsfinanzierung. Jedes dritte Unternehmen berichte über Schwierigkeiten. "Es ist wirklich grotesk: Gerade die jungen Unternehmen im Umfeld des Internet wurden noch vor kurzem in den Himmel gehoben und werden jetzt von den meisten Investoren fallen gelassen, wie eine heiße Kartoffel." Die Branche habe nach wie vor ein immenses Potenzial. Gravierend ist Jung zufolge der Fachkräftemangel für die Branche.

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