Bitkom rechnet mit Wachstum bei Software und Dienstleistungen
IT-Branche stärkt ihr Selbstbewusstsein

Nach dem Wachstumseinbruch in 2001, glauben die Anbieter von Informations- und Telekommunikationstechnologie nun das Schlimmste hinter sich zu haben. Der Branchenverband Bitkom ist verhalten optimistisch.

tnt HANNOVER Das erwartete Wachstum im Markt für Informationstechnologie und Telekommunikation (ITK) wird in Deutschland in diesem Jahr von der Nachfrage durch Unternehmen getragen. "Die Nachfrage der privaten Konsumenten bleibt weiterhin schwach", sagte der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, Volker Jung, im Vorfeld der Eröffnung der weltgrößten Computermesse Cebit in Hannover. Der Branchenverband Bitkom repräsentiert rund 1 250 Unternehmen der ITK-Branche. "Von der Cebit wird ein Signal der Zuversicht und des Aufbruchs ausgehen", erwartet auch Bundeskanzler Gerhard Schröder laut vorab verbreitetem Redetext.

Im vergangen Jahr haben die Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche in Deutschland 137,8 Mrd. Euro umgesetzt. Das sind 6 % des weltweiten Umsatzes mit IT und Telekommunikation Trotz Konjunkturkrise konnte die Branche in Deutschland zwar um 1,7 % im Vergleich zum Vorjahr leicht zulegen, doch verglichen mit den zweistelligen Zuwachsraten der Vorjahre, war 2001 für die Branche das schlechteste Jahr seit 1993. Bitkom-Präsident und Siemens-Vorstandsmitglied Jung gab sich optimistisch darüber, dass "das Schlimmste hinter uns liegt". Selbst die von der Krise am stärksten getroffenen Hersteller von Hardware und Infrastruktur für Telekommunikationsnetze sähen "wieder Licht am Ende des Tunnels".

Dass das Ende des Tunnels allerdings erst in einigen Quartalen sichtbar werden dürfte, zeigt ein Blick in die Prognosen des Verbandes: Für die Hersteller von Computer Hardware rechnet Bitkom für dieses Jahr mit einem Minus von 2,6 %, die Anbieter von Bürotechnik müssen sich auf ein Minus von 2,3 % einstellen und die Anbieter von Netzinfrastruktur werden demnach ein Nullwachstum einfahren.

Besser liegen die Erwartungen für die Bereiche Software und IT-Services, die jeweils zwischen 5 und 6 % zulegen dürften. Allerdings glaubt der Softwarehersteller SAP, dass ein Anspringen der Nachfrage nach Software noch einige Monate dauern wird.

Nach Einschätzung des Verbandes befindet sich die ITK-Branche in einem Strukturwandel von "der Fertigungs- zur Dienstleistungsbranche". So werden knapp über 70 % der Umsätze werden mittlerweile mit Telekommunikationsdiensten, IT-Services und Software erzielt. Spitzenreiter unter den Hoffnungsträgern sind die Internetdienste, für die Bitkom 2002 mit einem Wachstum von 20 % rechnet.

Die Zahl der Beschäftigten stagnierte in Deutschland bei 822 000. Entsprechend den Umsätzen verzeichnete der Bereich Hardware eine Abnahme der Beschäftigtenzahlen auf 103 000, während die Zahl der Beschäftigten in den Bereichen Software und IT-Services um 3 % auf 393 000 zugelegt hat. "Daran wird sich in diesem Jahr nichts wesentliches ändern", sagte Bitkom Vizepräsident Menno Harms.

Impulse verspricht sich die Branche vor allen Dingen durch die kommenden Mobilfunktechnologien, die neue Dienste und neue Endgeräte möglich macht. So hat laut Bitkom der Markt für tragbare Computer, Taschencomputer und moderne Mobiltelefone inzwischen "etwa die Größe des gesamten Marktes für Unterhaltungselektronik erreicht".

Auch von der weiter gehenden Ausbreitung des E-Business dürfen sich die Anbieter langfristig neue Impulse erhoffen: In einer gemeinsamen Erklärung bekannten sich mehrere deutsche Großkonzerne - darunter die Allianz, Audi, Bayer, Bertelsmann, Preussag sowie die Deutschen Bank - zu einer weiter fortschreitenden Einführung elektronischer Geschäftsprozesse. Im Jahr 2001 habe der E-Commerce-Umsatz zwischen Unternehmen 570 Mrd. Euro betragen.

Allein die Deutsche Bank wickle jeden Monat rund 30 Mill. Transaktionen über das Internet ab. Die Unternehmen setzen sich außerdem für ein sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema Informationstechnologie und E-Business ein.

Quelle: Handelsblatt

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