Bitkom: Turbulenzen in der IT-Branche
Aussteller-Absagen vor Cebit 2001

Im Vorfeld der Cebit 2001 hat es nach Angaben der Veranstalter mehr Aussteller-Absagen gegeben als in den Jahren zuvor.

Reuters HANNOVER. "Wir haben die Turbulenzen (in der Informations- und Telekommunikationsbranche, ITK) auch gemerkt", sagte Hubert Lange von der Deutschen Messe AG am Freitag in Hannover. In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Gewinnwarnungen von ITK-Unternehmen gegeben. Experten gehen davon aus, dass der weltweite ITK-Markt künftig langsamer wächst als bisher: Für 2001 werde mit einem Zuwachs von 9,6 % gerechnet nach 10,4 % im Jahr 2000, teilte der deutsche Branchenverband Bitkom mit.

Wachstumschancen gebe es noch im Bereich des mobilen Handels über das Internet (M-Commerce), der aber durch verbesserte Sicherheitssysteme gestärkt werden müsse. Zur Cebit 2001 werden von Donnerstag an mehr als 750 000 Besucher und über 8 000 Aussteller erwartet.

"Es gab deutlich mehr Absagen als in den vergangenen Jahren", sagte Lange weiter. Normalerweise liege die Fluktuation bei rund 4 %, was bei etwa 8000 Ausstellern rund 300 Absagen entspreche. "In diesem Jahr sind wir näher an 5 %." Vor allem seit Dezember hätten sich die Absagen gehäuft. Die Planung für die Standvergabe werde in der Regel schon im Juli abgeschlossen. Es gebe jetzt noch eine Warteliste mit mehr als 200 Unternehmen. Insgesamt sei die Zahl der Aussteller aber erneut gewachsen: auf rund 8100 nach knapp 7900 im Vorjahr. Mehr als 750 000 Besucher würden einen Erfolg bedeuten, sagte Lange. Im vergangenen Jahr kamen 780 000 Besucher zur Cebit. Die weltgrößte Computer- und Telekommunikationsmesse dauert sieben Tage.

Das Gesamtvolumen des weltweiten ITK-Marktes werde einer Studie des European Information Technology Observatory (EITO) zufolge 2001 bei 2,2 Billionen Euro liegen, nach 2,0 Billionen Euro im Jahr zuvor, teilte der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) weiter mit. Größter Wachstumsmarkt sei dabei Westeuropa mit einem überdurchschnittlichen Zuwachs von 13 % im Jahr 2000 und noch 11 % im Jahr 2001. 2002 solle die Steigerungsrate in Westeuropa auf 8,9 % zurückgehen.

Das Wachstum werde getrieben von der Nachfrage nach Software und nach Anwendungen im Umfeld von M-Commerce, sagte Bitkom-Vizepräsident Willi Berthold. "Die Konjunkturdelle in den USA und die Situation in Japan führen aber auf der Anbieter-Seite in Europa zu einem Preisdruck, der bisher selten so scharf war." Die besten Wachstumschancen sieht Bitkom im M-Commerce. Das EITO schätze, dass im Jahr 2005 175 Mill. Westeuropäer am M-Commerce teilnehmen werden nach sieben Mill. im vergangenen Jahr. Die über mobile Netze getätigten Umsätze sollen im selben Zeitraum auf 86 Mrd. von derzeit 2,5 Mrd. Euro europaweit steigen.

Zur Stärkung des M-Commerce forderte Bitkom die Politik auf, das Bewusstsein für Sicherheitsfragen beim Einkauf über das Handy in der Bevölkerung und bei Unternehmen zu stärken. Das bereits verabschiedete Gesetz zur elektronischen Signatur müsse zügig umgesetzt werden. Zudem dürfe es keine Hemmnisse der Politik geben bei der Umsetzung neuer Verschlüsselungstechnologien. Die so genannte Kryptologie, mit der Dokumente und Informationen wie Kreditkarten-Nummern für die Übertragung gesichert werden, ist einer der Schwerpunkte der diesjährigen CeBit. Ferner werden dort der neue Mobilfunkstandard UMTS, drahtlose Verbindungen über das Funksystem Bluetooth, neue Multifunktions-Handys und Klein-Computer im Mittelpunkt des Interesses stehen.

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