Bitte um Aufhebung der Verschwiegenheitspflicht
BDO und KPMG weisen Vorwürfe zurück

Die Auseinandersetzung zwischen den Wirtschaftsprüfern über die Vorgänge bei der Bankgesellschaft Berlin gehen in eine weitere Runde. Die BDO Deutsche Warentreuhand AG weist die im Handelsblatt gegen sie erhobenen Vorwürfe zurück.

HB FRANKFURT/M. Die Behauptung, die BDO habe Jahresabschlüssen der Bankgesellschaft-Tochter IBG vorsätzlich ein falsches Testat erteilt, entbehre jeder Grundlage und widerspreche dem tatsächlichen Sachverhalt. Dies schreibt BDO in einer Pressemitteilung. BDO wolle ihren Mandanten IBG, eine Tochter der Bankgesellschaft Berlin, um die Aufhebung der Verschwiegenheitspflicht gegenüber der Staatsanwaltschaft bitten. Die Wirtschaftsprüfung wolle die "größtmögliche Transparenz" in den Fall bringen, heißt es in der Mitteilung.

Der Entwurf eines Berichtes des Wirtschaftsprüfers Achim Walther vom 26. Juli 1997 sei von weiteren führenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in den strittigen Punkten widerlegt.

Der Vorwurf, BDO habe den Entwurf des Berichts des Sonderprüfers Achim Walther missachtet und in der Schublade verschwinden lassen, widerspreche den Tatsachen. Zu dem Entwurf seien sowohl von der Gesellschaft selbst als auch von BDO und Arthur Andersen ausführliche Stellungnahmen erarbeitet worden. Diese hätten zum Ergebnis geführt, dass die Auffassungen Walthers in den wesentlichen Punkten unzutreffend seien. Eine Besprechung mit Walther im Oktober habe zu keiner Annäherung der unterschiedlichen Urteile geführt. Die danach erfolgte Beendigung des Auftragsverhältnisses mit Walther sei nur auf Initiative der IBG erfolgt.

BDO wehrt sich auch gegen den Vorwurf, die angewandte Rückstellungsmethode für Mietgarantien vermittelte ein falsches Bild des Risikoumfangs und seien weder handels- noch steuerrechtlich zulässig. BDO zufolge basierte die Ermittlung der Rückstellungen auf plausiblen Schätzmethoden, die statistischen Überlegungen insbesondere auf Grund der Langfristigkeit der Risikozeiträume Rechnung trägt. Sowohl die die Jahresabschlüsse erstellende Wirtschaftsprüfersozietät als auch die Prüfer von BDO, von KPMG und PWC hätten diese Rückstellungsmethode übereinstimmend als sachgerecht erachtet. Demgegenüber wollte der Walther-Bericht den Betrachtungszeitraum für das zukünftige Risiko auf lediglich zwölf Monate beschränken, wohingegen BDO insgesamt auf die Restlaufzeit der Mietgarantien bis zu 25 Jahren abstellte. Die Methode von BDO habe daher zu höheren Rückstellungen geführt und sei somit wesentlich vorsichtiger und kritischer gewesen.

"Risiken allseits bekannt"

Zu dem Vorwurf, die hohen unternehmerischen Risiken der IBG hätten im Testat vermerkt werden müssen, sagt BDO: "Dass infolge der Übernahme der Mietgarantien und Andienungsrechte hohe wirtschaftliche Risiken bestanden, war allseits bekannt."

Über die Mietvertragsdatenverwaltung habe sich BDO gemeinsam mit dem Konzernabschlussprüfer KPMG und später PWC davon überzeugt, dass sie ausreichend war. Die Methode der Datenverwaltung sei bereits früher Gegenstand von Erörterungen zwischen BDO und der IBG gewesen. Unbeschadet dessen sei eine Ermittlung der jahresabschlussrelevanten Daten wenn auch mit erhöhtem Aufwand, so doch mit der erforderlichen Sicherheit möglich gewesen.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG Deutsche Treuhandgesellschaft AG hat ebenfalls auf die Vorwürfe reagiert. KPMG habe von der Existenz eines Gutachtens des Wirtschaftsprüfers Achim Walther erst durch Medienberichte an diesem Wochenende erfahren, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Das Schreiben des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen vom 19. Februar 2002 an KPMG beziehe sich allein auf strukturelle und organisatorische Mängel des Kreditgeschäfts der Landesbank, eine Tochter der Bankgesellschaft, in den Jahren 1998 und 1999. Das BAKred habe in seinem Schreiben angemerkt, dass nach Ansicht der Bankenaufseher die Hinweise von KPMG im Prüfungsbericht der Landesbank auf Schwächen des Risikomanagement- und Risikofrüherkennungssystems sowie auf organisatorische Defizite nicht deutlich genug gewesen seien.

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