Bizarres Versteckspiel
Fondskommentar: Mehr Offenheit

Die weltweit viertgrößte Investmentgesellschaft Putnam will künftig in den regelmäßigen Fondsberichten die Namen der Fondsmanager nicht mehr nennen, meldete der Onlinedienst des US-Senders CBS.
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DÜSSELDORF. Zyniker könnten als Motiv Angst vor der Wut enttäuschter Anleger vermuten. Plant Putnam doch, elf der von Morningstar gerateten Fonds wegen schlechter Performance zu schließen.

Mit dem Finger über den Großen Teich zu zeigen wäre allerdings zu einfach. Denn auch die Informationspolitik der hiesigen Anbieter lässt zu wünschen übrig. Wer etwa die deutschen Homepages der Fondsanbieter abklappert, findet selten einen Hinweis auf den verantwortlichen Fondsmanager. Meist wird der interessierte Anleger mit einem Hinweis auf dieses oder jenes anonyme Investmentteam abgespeist. So bleibt ein Wechsel im Fondsmanagement für den Kunden in der Regel unbemerkt. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass mit dem Kopf des Fonds oft auch der Erfolg geht. Der Dumme ist wieder der Anleger, dem die Chance genommen wird, rechtzeitig in ein anderes Produkt zu wechseln.

Nicht nur beim Personal ist das, was bei den Fondsanbietern im Netz steht, bisweilen wenig hilfreich. Die dargestellte Portfoliostruktur ist teilweise drei bis vier Monate alt. Bei manchem Kurzbericht fehlt sogar ein Hinweis auf den jeweiligen Stand der Fondsdaten. Anderungen der Investmentstrategie können so leicht untergehen.

Bei den Marktberichten hapert es ebenfalls. Manche Fondsmanager liefern gar keine, andere nur alle drei Monate. Auf Nachfrage heißt es dann lapidar: Der Fondsmanager solle für gute Performance sorgen und nicht pausenlos Kommentare schreiben. Eine weltfremde Sichtweise, denn schließlich verfassen die Fondsverantwortlichen relemäßig interne Berichte über ihr Vorgehen. Von echter Mehrarbeit kann also keine Rede sein.

Wer als Fondsmanager öffentlich Kritik an der mangelnden Investor-Relations-Politik von Aktiengesellschaften übt, sollte auch vor der eigenen Haustüre kehren. Mehr Transparenz stünde der Fondsindustrie gut zu Gesicht. Ein erster Schritt wäre es sicher, die gesamten laufenden Kosten in einer Total Expanse Ratio anzugeben, wie dies Experten seit langem fordern. Ob überhöhte Kosten oder schlechte Managerleistungen - beides lässt sich auf Dauer nicht verstecken. Am Ende kommt es doch raus.

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