BKK gegen Strafgebühr
Zweifel am Spareffekt durch Hausarzt-Modell

Die Betriebskrankenkassen haben sich gegen die von Sozialministerin Schmidt geplante Praxisgebühr für den Facharztbesuch gewandt. Der Vorsitzende des BKK-Bundesverbandes, Wolfgang Schmeinck, plädiert für ein Hausarzt-Modell auf freiwilliger Basis.

HB/dpa BERLIN. So sollen Patienten, die ohne Überweisung des Hausarztes zum Facharzt gehen, künftig 15 ? zuzahlen. Anders als Schmidt plädierte der Vorsitzende des BKK-Bundesverbandes, Wolfgang Schmeinck, für ein Hausarzt-Modell auf freiwilliger Basis. "Ich setze auf Freiwilligkeit", sagte Schmeinck in einem dpa- Gespräch. Er schlug ein Bonus-Modell vor.

Schmeinck bezweifelte, ob das Hausarzt-Modell die Krankenkassen kurzfristig spürbar entlastet. Die Grundidee sei richtig. Allerdings sei der Ausbildungsstand der Hausärzte sehr unterschiedlich. Das Magazin "Focus" berichtete unter Berufung auf eine BKK-Studie, die Zahl der "Arzt-Hopper" sei ohnehin geringer als vielfach vermutet. So hätten nach der Studie nur 1,13 % der BKK-Versicherten in einem Quartal wegen derselben Krankheit drei oder mehr Fachärzte aufgesucht. Der Spareffekt des Hausarzt-Modells wäre daher wohl eher gering.

Das Hausarzt-Modell ist ein Herzstück der Pläne von Schmidt für die Reform der Versorgungsstrukturen. Schmidt möchte den Hausarzt zum ersten Ansprechpartner der Versicherten machen, der sie durch das System lotst. Zusätzlich zur Praxisgebühr sollen Versicherte, die sich gegen das Hausarzt-Modell entscheiden, auch deutlich mehr zu Arzneien zuzahlen.

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