Black Box geborgen
Mehr als 100 Tote bei Flugzeugabsturz in Südkorea

Eine chinesische Passagiermaschine mit 166 Menschen an Bord ist am Montag bei Nebel und starken Winden in Südkorea an einem Berg zerschellt. Mindestens 115 Menschen kamen ums Leben, 39 überlebten den Absturz, wie das südkoreanische Transportministerium mitteilte.

dpa SEOUL/PEKING. Mehrere Menschen wurden am Abend (Ortszeit) an der Absturzstelle in der Nähe der Großstadt Busan noch vermisst. Die genaue Unglücksursache war noch unklar. Die Untersuchungen sollen an diesem Dienstag beginnen.

Die zweitgrößte Stadt des Landes an der Südostküste der koreanischen Halbinsel ist einer der Spielorte für die Fußball- Weltmeisterschaft, die am 31. Mai beginnt. Dazu werden auch zehntausende WM-Besucher aus dem Nachbarland China erwartet.

Die Zahl der Überlebenden wurde von zunächst mehr als 50 nach unten korrigiert, nachdem zahlreiche Verletzte auf dem Weg ins Krankenhaus oder in den Kliniken gestorben waren. Die 17 Jahre alte Boing 767-200 der staatlichen Gesellschaft Air China war am Vormittag gegen 11.45 Uhr von Peking kommend beim Landeanflug auf den Flughafen Gimhae abgestürzt. Der Funkkontakt mit dem Tower war den Angaben der Behörden zufolge bereits um 11.23 Uhr abgerissen.

"Die Untersuchungen werden in Zusammenarbeit mit chinesischen und amerikanischen Experten morgen (Dienstag) aufgenommen", sagte ein Sprecher des koreanischen Transportministeriums. Nach Berichten der Zeitung "Chosun Ilbo", die sich auf einen vorläufigen Report des Ministeriums beruft, hatte der Pilot wegen starker Winde vergeblich versucht, die Landebahn von Süden her anzufliegen. Schließlich habe er einen neuen Versuch von der entgegengesetzten Seite her unternommen. Ob dieses Verhalten zum Unfall beigetrug, war zunächst unklar.

Bergungsmannschaften konnten an der Absturzstelle einen der Flugschreiber sicherstellen, deren Auswertung nähere Aufschlüsse geben soll. Nach Angaben der Flughafenbehörden herrschte zum Zeitpunkt des Unglücks schlechte Sicht. Trotzdem sei dem Flug CCA 129 Landeerlaubnis erteilt worden, da die Sichtweite ausreichend gewesen sei. Zahlreiche Inlandsflüge waren zuvor wegen des schlechten Wetters gestrichen worden.

An Bord waren offiziellen Angaben zufolge 155 Passagiere und 11 Besatzungsmitglieder. Wie Augenzeugen berichteten, zerbrach die Maschine beim Aufprall auf dem Boden in drei Teile. "Die Luft draußen war mit Rauch und Flammen gefüllt, als ich das Flugzeug verließ", sagte ein 35-jähriger Passagier. Der Pilot habe die Landung etwa fünf Minuten vor dem Aufprall angekündigt, sagte in einem Krankenhaus eine ältere Koreanerin, die den Absturz ebenfalls überlebte. Ein Insasse der Maschine rief nach Internet-Berichten zehn Minuten vor dem Absturz ein lokales Reisebüro an und forderte die Bereitstellung von Rettungsdiensten.

Das Fernsehen zeigte Bilder von weinenden Angehörigen der Opfer, für die ein Hilfszentrum am Flughafen eingerichtet wurde. Die Rettungsmannschaften suchten bis zum Abend unter den weit verstreuten Trümmern der Unglücksmaschine nach möglichen weiteren Überlebenden. Mehr als 4000 Menschen, darunter Feuerwehrleute, Soldaten und Polizeibeamte beteiligten sich an den Bergungsarbeiten. Diese wurden durch das unwegsame Gelände und schlechtes Wetter erschwert.

Den Fernsehberichten zufolge waren die meisten Passagiere südkoreanische Touristen auf dem Weg in ihre Heimat. Nach Angaben der chinesischen Luftfahrtbehörde waren unter den Passagieren 135 Südkoreaner, 19 Chinesen und ein Usbeke. Es war der erste Absturz einer Air-China-Maschine in der 47-jährigen Geschichte der Fluggesellschaft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%