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Blackstone: Struktur- und Finanzkrisen öffnen Chancen für US-Finanzinvestoren

Die Notwendigkeit des Umbaus der deutschen Unternehmen öffnet nach Ansicht des Deutschlandchefs der US-Investmentfondsgruppe Blackstone, Hanns Ostmeier, zunehmend Akquisitionsmöglichkeiten.

dpa-afx BERLIN. Die Notwendigkeit des Umbaus der deutschen Unternehmen öffnet nach Ansicht des Deutschlandchefs der US-Investmentfondsgruppe Blackstone, Hanns Ostmeier, zunehmend Akquisitionsmöglichkeiten. "Es gibt in Deutschland Strukturkrisen und auch verdeckte Finanzkrisen, die akut nicht ausbrechen, weil das Zinsniveau derzeit sehr niedrig ist", sagte der Blackstone-Manager der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "DIE Welt" (Montagausgabe).

Vom aktuellen Fonds BCP IV, dem weltweit größten Private-Equity-Fonds, mit 6,5 Mrd. Dollar Volumen solle ein Drittel außerhalb der USA investiert werden. "Für Deutschland käme damit theoretisch ein Volumen von über zwei Mrd. Dollar in Frage", sagte Ostmeier. Für Investitionen im Immobilienbereich stünden ebenfalls rund zwei Mrd. Dollar Kapital zur Verfügung.

Die von Blackstone beratenen Fonds hätten in den vergangenen zwölf Monaten in Deutschland Firmen und Immobilien im Gesamtwert von rund fünf Mrd. Euro übernommen. Zum Thema Karstadt-Quelle sagte Ostmeier: "Wir haben nicht die Absicht, den Konzern zu übernehmen und kein Übernahmeangebot in Arbeit." Einzelne Teile könnten jedoch interessant sein. "Wenn Immobilien angeboten werden, werden wir uns diese natürlich anschauen", sagte Ostmeier.

"Es gibt in Deutschland einen Restrukturierungsrückstau auch bei großen Konzernen", erklärte der Blackstone-Manager das zunehmende Interesse von US-Investmentfonds. Eine im internationalen Vergleich gravierende Schwäche deutscher Unternehmen sei oftmals die unzureichende Ertragslage. "Die Anpassungsträgheit führt dazu, dass notwendige Entscheidungen nicht, zu spät beziehungsweise halbherzig getroffen werden", kritisierte Ostmeier. "Wenn Weichen früher und konsequenter gestellt würden, wären die Verluste bei Umbauprozessen geringer. Dies scheint ein deutsches Phänomen zu sein."

Deutsche Manager seien "im Durchschnitt besser, wenn es darum geht, das Geschäft zu führen und zu organisieren. Bei der Verzinsung des eingesetzten Kapitals sind deutsche Manager allerdings vielen Kollegen im Ausland unterlegen", sagte Ostmeier.

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