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Blair entsetzt über Tod britischer Geisel - Irak-Hilfe gefährdet

Der britische Premierminister Tony Blair hat sich am Mittwoch entsetzt über die wahrscheinliche Ermordung der im Irak verschleppten Britin Margaret Hassan gezeigt. Der Regierungschef nannte die Tat der bislang unbekannten Entführer „verabscheuungswürdig“.

dpa LONDON. Der britische Premierminister Tony Blair hat sich am Mittwoch entsetzt über die wahrscheinliche Ermordung der im Irak verschleppten Britin Margaret Hassan gezeigt. Der Regierungschef nannte die Tat der bislang unbekannten Entführer "verabscheuungswürdig".

Die mit einem Iraker verheiratete 59-jährige Entwicklungshelferin war vor vier Wochen in Bagdad gekidnappt worden. EU-Nothilfekommissar Poul Nielson stellte jede weitere Unterstützung für den Irak in Frage. "Solche barbarischen Taten machen es den Hilfsorganisationen fast unmöglich, ihre wichtige Arbeit im Irak fortzusetzen", erklärte Nielson in Brüssel. "Die Hauptopfer sind die unschuldigen und leidenden Iraker, die von internationalen Hilfsprogrammen profitierten."

Andere Hilfsorganisationen äußerten sich ähnlich. Dominic Nutt von der britischen Organisation Christian Aid sagte: "Wie Margarets Tod nahe legt, sind wir jetzt alle Ziele." Hassans Ehemann Tahseen appellierte flehentlich an die Entführer, den Leichnam seiner Frau herauszugeben. "Ich bitte diese Leute, die mir Margaret genommen haben, mir zu sagen, was sie mit ihr gemacht haben. Sie können es mir sagen. Ich brauche sie. Ich brauche sie hier, damit sie in Frieden ruhen kann", sagte er.

Der britische Außenminister Jack Straw hatte am Dienstag bestätigt, dass die Direktorin der Hilfsorganisation Care International im Irak höchstwahrscheinlich tot ist. Das hatte nach den Angaben die Analyse eines im Irak aufgenommenen Videos ergeben, auf der eine Frau erschossen wird, deren Augen verbunden sind. Solange die Leiche Hassans nicht auftaucht, wird eine endgültige Bestätigung jedoch kaum möglich sein.

Der stellvertretende Gouverneur der nordirakischen Provinz Kirkuk, Ismail Ahmed al-Hadidi, nannte die Tat ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Beleidigung für die Araber und den Islam". Hassan sei das Opfer von Extremisten geworden, die den Wiederaufbau des Irak verhindern wollten. Die gebürtige Irin besaß die britische und die irakische Staatsbürgerschaft und lebte seit 30 Jahren im Irak.

Die Hilfsorganisation Care hatte mit "tiefer Trauer" auf die Nachricht reagiert und hervorgehoben, dass Hassan mit "Mut, Ausdauer und außergewöhnlichem Engagement 17 Mill. Irakern in den schwierigsten Lebensumständen beigestanden und geholfen" habe.

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