Blair erwägt Impfungen gegen Seuche
MKS vermutlich aus dem Fernen Osten

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) in Großbritannien ist einem Zeitungsbericht zufolge vermutlich durch eingeschmuggeltes Fleisch aus dem Fernen Osten ausgelöst worden. Auch der Ursprungsort der Seuche konnte mittlerweile ausgemacht werden. Trotz MKS sollen Kommunal- und Parlamentswahlen am 3. Mai abgehalten werden.

rtr LONDON. "The Times" berichtete, Agrarminister Nick Brown werde am Dienstag vor dem Parlament erklären, dass das wahrscheinlich eingeschmuggelte Fleisch in einem chinesischen Restaurant aufgetaucht sei. Darauf deuteten Untersuchungen über die Ursache der Seuche hin. Der Fleischabfall sei später in Schweinefutter aufgetaucht, dass in Heddon-on-the-Wall in der nordostenglischen Grafschaft Northumberland an Schweine verfüttert worden sei. Den Ort hätten Veterinäre der britischen Regierung als Auslöser der Seuche ausgemacht, berichtete das Blatt weiter.

Ministerpräsident Tony Blair deutete an, dass seine Regierung ihr Vorgehen gegen MKS ändern und den Beginn von Impfungen erwägen könne, um die Seuche einzudämmen. "Während man die Seuche verfolgt und sieht, wie sie sich ausbreitet, müssen die Dinge, die vor kurzem noch äußerst ungenießbar schienen, nun auf die Tagesordnung", sagte Blair dem Rundfunksender BBC. Seine Regierung hatte seit dem Ausbruch der Seuche vor fünf Wochen vor allem auf Massenkeulung gesetzt und bereits 400 000 Tiere töten und vernichten lassen. Mehr als 200 000 weitere Tiere - vor allem Schafe - sollen noch geschlachtet werden. Die Zahl der Infektionsherde in Großbritannien erhöhte sich auf 634. Zur schnelleren Beseitigung Hunderttausender Tierkadaver hatte die britische Armee am Montag Bagger eingesetzt, um riesige Gruben für die zu tötenden Tiere auszuheben.

Blair hält bislang an seinen Plänen fest, trotz der Verbreitung der Tierseuche die für den 3. Mai angesetzte Kommunalwahl abzuhalten. Es wurde erwartet, dass Blair für denselben Tag auch Parlamentswahlen ansetzt.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes NOP für "Independent Television News" hielten 77 % der Befragten die Seuche für nicht unter Kontrolle. Die Umfrage bestätigte zudem frühere Untersuchungen, dass viele Briten eine Verschiebung der Wahl fordern, bis die Klauenseuche offiziell eingedämmt ist. Die Seuche kann Schafe, Rinder, Schweine und Ziegen befallen, ist für Menschen jedoch harmlos. Außer in Großbritannien sind in Europa bisher acht MKS-Fälle in Irland, Frankreich und den Niederlanden aufgetreten.

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