Blair: "Zweite Phase beginnt": Briten melden Erfolge im Kampf um Basra

Blair: "Zweite Phase beginnt"
Briten melden Erfolge im Kampf um Basra

Nach Einschätzung des britischen Premierministers Tony Blair hat der Irak-Krieg jetzt die "zweite Phase" erreicht. Es gehe "stetig voran". Die alliierten Soldaten würden zunehmend "herzlich" empfangen, erklärte ein Sprecher Blairs am Dienstag, dem 13. Kriegstag, in London. Nach Meinung Blairs wird der "letzte Stoß" gegen Bagdad dann beginnen, "wenn wir bereit sind - und nur wenn wir bereit sind".

HB/dpa BAGDAD/LONDON. Der polnische Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski hofft, dass die Alliierten Bagdad innerhalb einer Woche so weit abriegeln können, dass die irakische Führung die Kontrolle über das Land verliert. Zugleich betrachtete er die Entwicklung des Angriffs angesichts der steigenden Temperaturen mit Sorge. Britische Meteorologen sagen für das Wochenende im Irak Temperaturen von bis zu 41 Grad voraus.

"Die Kampagne hat spät begonnen, vielleicht zu spät", sagte der Minister vor Journalisten in Warschau. Der bisherige Verlauf des Krieges zeige "wenig Überraschungen". Allerdings stellten die "irregulären irakischen Verbände" in Zivil ein Problem dar. Polen ist mit bisher knapp 200 Soldaten an der US-geführten Kriegskoalition beteiligt.

Im Südirak erzielten die britischen Streitkräfte im Raum Basra nach Angaben des britischen Senders BBC ihre "bisher größten Erfolge". Die rund 200 000 Einwohner zählende Stadt Zubair 15 Kilometer südwestlich von Basra sei nach "heftigen Gefechten" jetzt unter britischer Kontrolle. Ein britischer Militärsprecher sprach von "brutalen Straßenkämpfen".

15 000 britische Soldaten ziehen den Belagerungsring um Basra, mit 1,3 Mill. Einwohnern zweitgrößte Stadt des Landes, immer enger. Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf britische Militärsprecher, die Briten kontrollierten jetzt die westlichen Stadtteile. Hoffnungen auf einen Aufstand der schiitischen Bevölkerung seien bisher aber enttäuscht worden. Die Briten versuchten nun mit Radiosendungen und Flugblättern auf die Einwohner einzuwirken.

In der tagelang umkämpften Stadt Nasirija im südlichen Euphrattal haben die Amerikaner laut CNN inzwischen größere Teile der Stadt unter ihrer Kontrolle. Es gebe nur noch wenige Widerstandsnester.

Einheiten der Republikanische Garde lagen nach Aussagen des US- Oberkommandos im Umkreis von weniger als 100 Kilometern vor Bagdad von Kerbela im Westen über Hilla im Süden bis Kut im Osten weiter unter Beschuss. Ein irakischer General sei gefangen genommen worden.

Eine zweite Front im Nordirak wird nach Darstellung eines kurdischen Sprechers schon bald einsatzbereit sein. Kurdische Truppen rückten dort weiter in Gebiete vor, die von der irakischen Armee aufgegeben wurden. Die irakischen Streitkräfte zögen sich weiter in Richtung der "Ölstadt" Kirkuk zurück. Die US-Luftwaffe bombardierte Stellungen der irakischen Armee in der Nähe der Stadt.

Die alliierten Streitkräfte setzten ihre Offensive auch mit neuen Bombardements auf Bagdad fort. dpa-Korrespondenten berichteten von heftigen Explosionen am Südrand der Hauptstadt. In den vergangenen drei Tagen warfen die US-geführten Streitkräfte insgesamt 3000 Bomben auf Ziele im Irak ab. Dadurch sei die irakische Armee erheblich geschwächt worden, berichtete CNN unter Berufung auf das Pentagon.

Der Irak feuerte nach kuwaitischen und Medienangaben mehrere Raketen auf Kuwait sowie alliierte Stellungen im Südirak, die aber von "Patriot"-Abwehrraketen abgefangen worden seien oder ihr Ziel verfehlt hätten.

Nach Darstellung des irakischen Informationsministers Mohammed Sajjid el Sahhaf schlugen irakische Streitkräfte die Invasoren an allen Fronten zurück. Die Alliierten hätten in den vergangenen 24 Stunden 56 Zivilisten getötet und rund 268 verletzt. Nach seinen Angaben starben seit Kriegsbeginn am 20. März insgesamt 589 irakische Zivilisten. Auf Seiten der US-Streitkräfte wurden nach Angaben der BBC 50 Tote gezählt. 13 Soldaten würden noch vermisst. Die britischen Truppen verloren 26 Soldaten.

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