Blei im Depot
Experten mahnen zur Vorsicht bei US-Billigaktien

Zur Vorsicht mahnen Aktionärsschützer Anleger, wenn ihnen am Telefon nicht registrierte Billig-Aktien aus den USA angeboten werden.

ap FRANKFURT/MAIN. "Ein in letzter Zeit wieder beliebter gewordenes Spielfeld des grauen Kapitalmarktes sind die so genannten Reg-S-Aktien", warnt die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre. Dabei handelt es sich um nicht registrierte und nicht zum amtlichen Handel zugelassene Aktien aus den USA. "Regulation S" regelt den An- und Verkauf außerhalb der Vereinigten Staaten.

Den Angaben zufolge werden die Papiere mit angeblich enormen Potenzial den Anlegern meist am Telefon angeboten. Teilweise werde mit einem Abschlag auf den Marktpreis geworben, weil diese Aktien erst nach einer bestimmten Haltefrist verkauft werden könnten. Habe der Anleger Glück, bekomme er ein Originalzertifikat, das ohne Probleme bei einem amerikanischen Broker eingeliefert und veräußert werden könne. In der Mehrheit der Fälle trügen die Papiere jedoch einen Sperrvermerk, zum Beispiel restricted shares, der einen Verkauf zunächst verhindere.

Probleme für den Anleger

Auf den europäischen Markt gelangten die Reg-S-Aktien fast immer über Zwischenhändler und Vermittler. Dies sei zwar legal, für den europäischen Anleger aber nicht unproblematisch. Schließlich handele es sich um Papiere, die auf dem US-Markt nicht platziert werden könnten. Ein Verkauf sei frühestens nach zweijähriger Haltefrist möglich. Vor der Veräußerung müssten die Papiere jedoch bei der US-Börsenaufsicht SEC registriert werden, was mit einem erheblichen bürokratischen Aufwand verbunden sei. Der Antrag auf Registrierung und Freigabe erfolge am Besten über einen US-Broker. Dabei müssten zahlreiche Papiere ausgefüllt werden.

Nach der Freigabe könne der Aktionär innerhalb von 90 Tagen seine Papiere verkaufen. Ließen die Marktbedingungen oder andere Faktoren eine Veräußerung nicht zu, so verfalle das Verkaufsrecht allerdings nach 90 Tagen und der gesamte Papierkrieg müsse wiederholt werden. Da die Reg-S-Aktien oft nur ein geringes Handelsvolumen hätten, sei der Verkauf großer Stückzahlen manchmal äußerst schwierig, warnen die Aktionärsschützer. "In jedem Fall sollte der Anleger einkalkulieren, dass sich sein Verkauf wegen der oft geringen Liquidität über Tage und Wochen hinziehen kann und die Ausführungspreise somit erheblich schwanken können".

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