Blick auf die US-Märkte
Händler erwarten Euro-Erholung

Etwas leichter zeigt sich der Euro am Dienstagmittag im europäischen Handel. Bis gegen 12.30 Uhr MESZ notiert die europäische Gemeinschaftswährung mit 0,8973 $ nach 0,8983 $ am Morgen. Zum Yen zeigt sich der US-Dollar mit 121,85 Yen nach 121,53 Yen.

vwd/rtr FRANKFURT. Zum britischen Pfund tendiert der Euro mit 0,6156 Pfund nach 0,6173 Pfund am Dienstagmorgen im europäischen Gechäft und zum Schweizer Franken mit 1,5148 sfr nach 1,5161 sfr. Die Feinunze Gold wurde zum Vormittagsfixing in London mit mit 271,40 $ bezahlt nach einem Nachmittags-Fixing von 271,50 $ am Montag.

Nach Einschätzung von Händlern könnte die Gemeinschaftswährung wieder über 90 US-Cent klettern und den Widerstand bei 0,9020 $ testen. Der Blick der Anleger richte sich wie am Vortag auf die US-Aktienmärkte am Nachmittag. Der Euro hatte am Montag vor allem wegen der Kurserholung an der Wall Street rund ein Prozent an Wert eingebüßt. Das Interesse konzentriere sich derzeit vorwiegend auf den Yen-Dollar-Handel und das Treffen des japanischen Finanzministers Masajuro Shiokawa mit seinem US-Amtskollegen Paul O'Neill am Mittwoch, hieß es.

"Ich habe den Eindruck, dass der Dollar derzeit nach dem Dow-Jones-Index gehandelt wird", sagte ein Händler in Frankfurt. Ansonsten gebe es derzeit keine Einflussfaktoren. Die Bekräftigung des Interesses an einem starken Euro durch den französischen Nationalbankpräsidenten Jean-Claude Trichet sowie seine Wachstumsprognose von 2,0 % für die Euro-Zone in diesem Jahr seien nicht beachtet worden. Auch das französische Wachstum im zweiten Quartal habe die Kurse nicht bewegt, hieß es am Markt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist in Frankreich im zweiten Quartal 2001 im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 % gestiegen nach 0,4 (revidiert von 0,5) Prozent in den ersten drei Monaten.

Yen/Dollar-Handel momentan interessanter

Nach dem Kursrutsch am Vortag schlossen Händler eine leichte Erholung des Euro nicht aus. Die Gemeinschaftswährung könnte im Tagesverlauf wieder die Marke von 0,9020 testen. Sollte die Gemeinschaftswährung über diesen Kurs hinaus anziehen, dürfte sie sich weiter festigen. Umgekehrt seien Euro-Verkäufe nicht auszuschließen, wenn die Währung an der technischen Barriere von 0,9020 $ scheitere.

Nach den jüngsten schwachen Konjunkturdaten aus den USA und Japan sei gegenwärtig der Yen/Dollar-Handel für viele Marktteilnehmer interessanter. Dabei spekulierten einige Händler, bei dem Gespräch der Finanzminister beider Länder könnten Interventionen vereinbart werden, um den Yen zu schwächen und so der japanischen Wirtschaft auf die Sprünge zu helfen. Andere rechneten dagegen eher damit, dass die Minister keine greifbare Vereinbarung vorlegen werden.

Die Ankündigung der Ratingagentur Standard & Poors, möglicherweise die Bonitätsbewertung japanischer Bonds herunterzustufen, hat Händlern zufolge die Probleme der japanischen Wirtschaft weiter in den Mittelpunkt gerückt und den Dollar vorübergehend auf ein Vierjahreshoch zum Yen bei 121,75 Yen anziehen lassen. Erst vor einer Woche hatte Moody's Investors Service die Überprüfung der Bonität japanischer Staatsanleihen angekündigt. "Der Markt richtet seine Aufmerksamkeit auf die Schwäche der japanischen Wirtschaft", sagte Naoto Ohnuma von der Mitsubishi Corp. Takehiro Sato vom Investmenthaus Morgan Stanley fügte hinzu: "Eine Abstufung des Rating-Ausblicks für Japan könnte jederzeit vollzogen werden".

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