Blick auf Intel
Neuer-Markt-Indizes fallen unter 1 000 Punkte

Nach der leichteren Eröffnung der US-Technologiebörse ist der Neue Markt am Donnerstagnachmittag auf neue Tiefstände gefallen, wobei erstmals beide Indizes des Segmentes unter der psychologisch wichtigen Marke von 1 000 Punkten notierten. "Am Markt geht vor dem Intel-Ausblick die Angst um", sagte ein Händler. Panikverkäufe blieben jedoch aus.

rtr FRANKFURT. Es seien überwiegend private und kurzfristig orientierte Anleger am Markt aktiv. Die von einigen Analysten und Aktienstrategen prognostizierte Herbst-Rally am Neuen Markt halten Aktienhändler verschiedener Banken nach den Erfahrungen der vergangenen Tage für wenig wahrscheinlich. "Das dritte Quartal wird weder in den USA noch in Deutschland gut. Deswegen ist für mich eine Herbstrally nicht in Sicht", sagte ein Frankfurter Händler.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index gab bis zum Nachmittag 2,56 % auf ein Jahrestief von 994 Punkten nach. Der Auswahlindex Nemax 50 rutschte um knapp vier Prozent auf ein Rekordtief bei 947 Stellen. Bereits am Vortag hatten die Blue Chips des Marktes 4,3 % eingebüßt. Die Nasdaq fiel im frühen Handel am Donnerstag um 1,86 % auf 1726 Punkte.

Im Mittelpunkt des Nemax 50-Handels standen die Papiere des Softwareherstellers Intershop, die bei für den Tag hohen Umsätzen rund 15 % auf ein Jahrestief von 1,55 ? einbüßten. Händler sagten, das am Vortag von der Banc of America auf 1,50 ? halbierte Kursziel für Intershop wirke nach. "Der Wert fällt nun schnell in Richtung der 1,50 ?-Marke."

Gerüchte um Gewinnwarnung bei SAP

Belastet von den hohen Kursverlusten beim Walldorfer Mutterkonzern gaben die Titel von SAP Systems Integration knapp 12 % auf 16,80 ? nach. "Die Verluste stehen ausschließlich im Zusammenhang mit den SAP-Verlusten im Dax", sagte ein Händler. Fundamental gebe es beim IT-Beratungshaus SAP SI keine Neuigkeiten. Am Markt hielten sich aber hartnäckig Gerüchte um eine bevorstehende Gewinnwarnung bei SAP . Ein SAP-Sprecher sagte, der Konzern halte an seinen bisherigen Jahresprognosen fest.

Rund 5 % auf 37,82 ? verloren die Titel von Medion . Am Vortag hatte die Landesbank Baden-Württemberg die Titel auf Grund der weiter hohen Marktbewertung auf "Halten" von zuvor "Akkumulieren" heruntergestuft.

Gegen den Trend konnten die Anteilsscheine von Constantin Film um 2,51 % auf 10,60 ? zulegen. Das Münchener Medienunternehmen wird nach eigenen Angaben künftig beim Verleih von Kinofilmen mit RTL Television zusammenarbeiten. Der Constantin Film Verleih werde ab 2002 exklusiv den Kinovertrieb aller Spielfilme für Deutschland und Österreich übernehmen, an denen RTL die Kinorechte halte. Insgesamt fielen bis zum Nachmittag 41 der 50 Blue Chips am Markt.

Am breiten Markt erhöhten sich die Papiere von update.com um über 31 % auf 1,59 ?. Am Vorabend hatte der österreichische Softwareentwickler bekannt gegeben, die West LB International S.A., die größte Landesbank Luxemburgs, als Neukunden gewonnen zu haben. Außerdem stehe das Unternehmen unmittelbar vor weiteren und noch größeren Vertragsabschlüssen, sagte der für Deutschland und Österreich zuständige Geschäftsführer zu Reuters. Händler erklärten den starken Kursgewinn mit kurzfristig orientierten Käufen spekulativ ausgerichteter Privatanleger.

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