Blick auf Nachkriegs-Irak
Tokioter Börse schließt schwächer

Der Blick der Investoren auf ein Irak nach dem Krieg und die Besorgnis über die Entwicklung der US-Wirtschaft haben am Dienstag den japanischen Aktienmarkt belastet.

Reuters TOKIO. Spekulationen über den Tod von Iraks Präsident Saddam Hussein hätten den Markt aber von seinen Tiefstkursen befreit und auch den Rückgang des Dollar begrenzt, sagten Händler. An einigen fernöstlichen Aktienmärkten stiegen die Kurse, was Händler auch mit dem weiter sinkenden Ölpreis begründeten. Anleger setzten auf eine baldige Rückkehr der irakischen Ölexporte auf den Weltmarkt. Die Notierungen von Gold und Anleihen, die als sichere Anlagehäfen gelten, sanken weiter. Sie hatten bereits in den vergangenen Tagen angesichts der Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende nachgegeben.

"Wenn Saddam getötet oder ins Exil geschickt würde, dürfte es wahrscheinlich kurzfristig eine schöne Rally geben. Der Markt hat sich zum größten Teil allerdings bereits dem Nachkriegs-Irak zugewandt", sagte Tsuyoshi Segawa, Aktienstratege von Shinko Securities in Tokio. Die Struktur eines neuen Irak sei allerdings weiterhin unklar. "Das schlimmste Szenario wäre, dass die USA den Irak für eine längere Zeit besetzen und damit die Kosten für den Krieg erhöhen", fügte er hinzu.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss mit einem Verlust von 1,44 Prozent bei 8131,41 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gab knapp ein Prozent auf 802,62 Punkte ab. Zwischenzeitlich waren die Aktienkurse um über zwei Prozent eingebrochen.

Aus US-Kreisen verlautete, US-Streitkräfte hätten ein Ziel in Bagdad bombardiert, wo sich Saddam möglicherweise aufgehalten habe. Es habe am Morgen Geheimdiensterkenntnisse gegeben, die nahe legten, dass es in einem Wohnviertel Bagdads eine Versammlung irakischer Geheimdienstvertreter gab, an der möglicherweise auch Saddam und seine beiden Söhne teilnahmen, sagte ein US-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters am Montag in Washington.

Auch der Dollar erholte sich im Verlauf von seinen Tiefständen, er notierte mit 119,81/86 Yen allerdings unter seinem New Yorker Schlusskurs von 120,02/10 Yen. Der Euro pendelte bei 1,0666/69 (Vortag 1,0687/93) Dollar. Der Preis für US-Leichtöl sank um 38 Cent auf 27,58 Dollar pro Barrel, nachdem er am Vortag deutlich nachgegeben hatte.

An der Wall Street hatten die Aktienkurse am Montag ihre anfänglichen kräftigen Gewinne wieder abgegeben, was Händler mit den jüngsten schwachen Konjunkturdaten begründeten. Der Standardwerte-Index Dow-Jones legte 0,28 Prozent auf rund 8300 Zähler zu. Die US-Technologiebörse Nasdaq gewann 0,43 Prozent auf 1389 Punkte und der breiter gefasste S&P-500-Index stieg um 0,12 Prozent auf 879 Zähler.

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