Blix wird am Samstag in Bagdad erwartet: Irak: Erstmals Wissenschaftler vertraulich befragt

Blix wird am Samstag in Bagdad erwartet
Irak: Erstmals Wissenschaftler vertraulich befragt

Die UN-Waffenkontrollmission im Irak (UNMOVIC) hat am Donnerstag erstmals seit langem einen irakischen Wissenschaftler ohne regierungsoffiziellen Begleiter befragt. Dies gab der Berater des irakischen Präsidenten Saddam Hussein, Amir el Saadi, auf einer Pressekonferenz in Bagdad bekannt.

HB/dpa BAGDAD. "Die Befragung hält zur Stunde an, es handelt sich um einen Wissenschaftler aus dem Bereich der biologischen Waffen", sagte El Saadi. "Unter den vorherrschenden Umständen" und dem Druck, der auf dem Lande laste, hätten sich mehrere Wissenschaftler bereit erklärt, nun auch Befragungen ohne Regierungszeugen zuzustimmen.

Später fügte El Saadi hinzu, dass es sich bei dem am Donnerstag befragten Wissenschaftler um den Biologen Sinan Abdul Hassan handle. "Er geht ein Risiko ein", sagte er, da er sich nicht sicher sein könne, wie seine Aussagen verwendet und wiedergegeben würden. Das Fehlen vertraulicher Befragungen war einer der Hauptkritikpunkte des UN-Chefwaffenkontrolleurs Hans Blix am bisherigen irakischen Verhalten gegenüber den Waffeninspekteuren. Nach einer früheren derartigen Befragung waren die Aussagen des Wissenschaftlers nach irakischer Ansicht falsch wiedergegeben worden.

Blix wird am Samstag in Bagdad erwartet. Nach dem Auftritt von US- Außenminister Colin Powell am Vortag im Weltsicherheitsrat kommt der Visite von Blix und IAEO-Chef Mohammed El Baradei eine Schlüsselbedeutung zu. Die beiden Leiter der Waffenkontrolleure wollen am 14. Februar dem Weltsicherheitsrat einen weiteren Bericht über den Stand der Erfüllung der irakischen Abrüstungsverpflichtungen vorlegen. Dieser Bericht könnte über Krieg und Frieden entscheiden.

El Saadi machte seine Mitteilung auf einer Pressekonferenz, auf der er sich zuvor noch einmal ausführlich mit Powells Aussagen im Weltsicherheitsrat auseinandergesetzt hatte. Er bekräftigte die irakische Haltung, dass der Auftritt "hauptsächlich dazu bestimmt war, ein uninformiertes Publikum von der Notwendigkeit von Kriegsvorbereitungen zu überzeugen". Die häufige Berufung Powells auf "unsere Quellen" und die Qualität seiner "Beweismittel" seien "unter dem Niveau einer Supermacht" gewesen.

Der Abteilungsleiter im Außenministerium, Said Mussawi,wies die von Powell erhobenen Anschuldigungen, Bagdad unterhalte über den mutmaßlichen Terroristen Abu Mussab el Sakawi Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida, entschieden zurück. El Sakawi, ein jordanischer Staatsbürger, sei mit falschen Papieren in den Irak eingereist; die irakischen Behörden hätten ihn aus den Augen verloren.

Nach deren Erkenntnissen halte sich El Sakawi im Dorf Biare bei Sulaimanyia im Nordirak auf, einem Gebiet, das von einer Kurdenfraktion und nicht von der Regierung in Bagdad kontrolliert wird. Mitglieder von El Sakawis Netzwerk würden überdies für Anschläge in Bagdad und anderen irakischen Städten verantwortlich gemacht.

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