Blockiert und ohne Selbstvertrauen
China fertigt DVV-Damen deutlich ab

Nach einer glatten Niederlage gegen China ist bei den deutschen Volleyball-Damen von der Anfangseuphorie nach dem Sieg über Kuba nicht mehr viel geblieben. Selbst bei einem Sieg im abschließenden Spiel gegen die Dominikanische Republik kann sie das Viertelfinale nun nicht mehr aus eigener Kraft erreichen.

HB ATHEN. Grandios gestartet - und brutal abgestürzt: Die DVV-Frauen kassierten am Freitag beim Olympia-Turnier in Athen mit einem deprimierenden 0:3 (18:25, 15:25, 16:25) gegen die Asiatinnen die dritte Pleite in Serie. Doch die Mannschaft will alles tun, um ihre verbliebene Minichance auf die nächste Runde im Spiel gegen die "Dom-Rep" zu nutzen. "Dieses Spiel wollen wir unbedingt gewinnen. Alles andere liegt nicht mehr in unserer Hand", sagte Kapitän Angelina Grün. Auch Bundestrainer Hee Wan Lee bemühte nach der Ernüchterung in der Morgenstunde Durchhalteparolen: "Die Chance ist immer noch noch da", meinte er. Allerdings dürfen die USA ihre abschließenden Partien gegen Russland und Kuba nicht gewinnen.

Bei der vierten Niederlage in diesem Jahr gegen China war das deutsche Team chancenlos. Der Olympiasieger von 1984 und zweimalige Weltmeister war viel kompakter und überzeugte mit besserem Service und starkem Angriffsspiel. Lediglich im Block konnten die Deutschen mithalten, gerieten aber durch zu viele Eigenfehler immer wieder deutlich in Rückstand. "Das war die schwächste Turnier-Leistung. Wir bekommen die Bälle nicht tot", ärgerte sich Werner von Moltke, Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV).

"Das war heute schon eine kleine Enttäuschung. China hat aber auch super gespielt und war individuell einfach besser", bemerkte Hee Wan Lee. "Nur Angelina Grün hat ihre Form gebracht, alle anderen waren zu schwach. Wenn Druck kommt, werden sie wackelig", fügte der sonst mit kritischen Worten zurückhaltende Südkoreaner hinzu. Er räumte ein, dass sein Team nicht an sich geglaubt habe und auch nicht an die Leistung der ersten beiden Partien gegen Kuba (3:2) und USA (1:3) sowie den ersten Satz gegen Russland (0:3) anknüpfen konnte.

"China war uns immer einen Schritt voraus. Wir sind noch nicht erfahren genug, konnten unsere Chancen nicht nutzen. Darunter leidet auch die Stimmung", meinte Grün. Ihre Mitspielerinnen wirkten teilweise wie blockiert und ohne Selbstvertrauen. "Die besten Leute sind hier. Wenn es nicht reicht und die Anderen stärker sind, muss man das akzeptieren", fügte der Italien-Profi hinzu. Nur bis zum 8:8 im ersten Satz war Feuer da. Nach einer 3:0-Führung im zweiten Durchgang ging es schnell wieder bergab. Da halfen auch die Fanrufe "kämpfen Deutschland, kämpfen" nichts.

Erschwerend kam hinzu, dass Zuspielerin Tanja Hart (Adduktoren) am Vortag nicht trainieren konnte und Angelina Grün (Knieprobleme) ebenfalls angeschlagen ist. Trotzdem spielt das Duo wegen fehlender Alternativen von Beginn an, weil es nach den Worten des Trainers zu jenem Trio gehört, das unersetzbar ist. Judith Sylvester gehörte nach ihren Armproblemen noch nicht wieder zur Stammformation, wurde aber schon im ersten Durchgang für die restliche Spielzeit eingewechselt.

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