Blue C absoluter Kursausreißer
Nemax zeigt sich stabil

Befürchtungen, dass die Verluste vor dem Wochenende bereits wieder eine Trendumkehr einläuten könnten, haben sich am Montag nicht bestätigt. Die meisten Kurse zeigten sich relativ stabil. Der Nemax lag am frühen Abend fast konstant bei 910 Punkten, der Nemax 50 gewann ein Prozent auf 911 Zähler.

FRANKFURT/M. Bei aller Skepsis gegenüber der künftigen Entwicklung am Neuen Markt stimmen zwei Beobachtungen zuversichtlich: Trotz der Verluste vom Freitag und trotz eines schwachen Starts der Nasdaq setzte keine Verkaufswelle ein. Und: Gute Nachrichten stoßen nicht mehr auf völlig taube Ohren. Das Interesse der Anleger an Werten aus dem Wachstumssegment scheint zumindest bei einigen wieder zu erwachen. Kein Wunder bei den Kursgewinnen, die sich in der letzten Zeit erzielen ließen. Erneute Rückschläge sind jedoch wahrscheinlich. Die Zahlen für das dritte Quartal dürften angesichts der gesamtwirtschaftlichen Situation nur bei den wenigsten Unternehmen Anlass zur Euphorie bieten.

Nicht gerade für Euphorie, aber immerhin für Vertrauen haben die vorläufigen Ergebnisse des Kölner Internetsoftwarehauses Pironet AG gesorgt. Für die Monate Juli bis September meldete das Unternehmen ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 0,85 Mill. Euro. Gegenüber dem Vorquartal hat sich damit der Ertrag zwar mehr als verdoppelt, auf Sicht der ersten neun Monate liegt er jedoch immer noch 1,3 Mill. Euro im Minus. Sie sollen zum Jahresende ausgeglichen werden. Der Umsatz war in diesem Zeitraum mit 18,3 Mill. Euro fast konstant, im dritten Quartal ging er sogar zurück. Die Anleger sahen in der Meldung stärker das Positive, nämlich dass dem Unternehmen anscheinend die Ergebniswende gelungen ist und honorierten dies mit einem Kursplus von 9,7 % auf 3,50 Euro.

Auf positive Resonanz stieß auch die Meldung der Helkon Media. Das Medienunternehmen hatte verkündet, aus dem Verkauf eines Spielfilmpaketes an RTL II mindestens 10 Mill. Euro zu erzielen. Dabei sei die aktuelle Vereinbarung nur der erste Schritt zu einer langfristige Programmkooperation mit dem Fernsehsender. Nach der Korrektur der Planzahlen und daraus resultierender Kursverluste in der vergangenen Woche, erholten sich die Papiere am Montag deutlich. Sie legten in der Spitze um rund 20 % zu und notierten am Abend noch 14,5 % im Plus bei 2,37 Euro.

Durch eine positive Meldung wurde auch der Trend zu Gewinnmitnahmen bei Soft-M gestoppt. Das Papier war seit der zweiten Septemberhälfte von 12 Euro auf mehr als 20 Euro gestiegen, bevor der Kurs bis auf gut 17 Euro zurückging. Nun meldete der Softwareanbieter den größten Auftrag der Firmengeschichte in Höhe von 2 Mill. Euro. Kunde ist die Europazentrale der japanischen Sankyo-Pharma-Gruppe. Die Aktie von Soft-M legte daraufhin zum Wochenstart wieder um 5,4 % auf 18,30 Euro zu. Absoluter Kursausreißer war das Papier von Blue C. Die Aktie notierte am Abend 50 % im Plus, nachdem auch die Wiener eine Einstweilige Verfügung gegen die Deutsche Börse erwirkt hatten. Dem Unternehmen bleibt damit zumindest der baldige Rausschmiss aus dem Neuen Markt erspart. Die Börse darf die Delisting-Regeln erst ab April 2002 auf den E-Business-Dienstleister anwenden.

Gedrückt wurde der Gesamtmarkt - neben der schwachen Entwicklung an der Nasdaq - von den anhaltenden Verlusten des italienischen Finanzdienstleisters Bipop Carire. Die Kurse des Marktschwergewichts gaben weitere 6,8 % auf 1,77 Euro nach. Grund waren Meldungen über eine Aufspaltung der Gesellschaft in vier Geschäftseinheiten, wozu am Freitag Details bekannt gegeben werden sollen. Außerdem wurde der Titel sowohl von Merrill Lynch als auch von West LB Panmure herabgestuft.

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