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Bluff der Apotheker

Seit die Internet-Apotheke mit dem Namen DocMorris kurz hinter der holländischen Grenze ihren Betrieb eröffnet hat, brodelt es unablässig in der deutschen Pharmazeuten-Zunft: Erst bebten die alteingesessenen Pillendreher vor Wut über die neuartige Konkurrenz. Dann kam heraus, dass sie eigentlich am liebsten selbst im Internet handeln würden und manche von ihnen die Pläne dafürt schon fix und fertig in der Schublade haben.

Schlußendlich verkündetete jetzt der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) stolz, man wolle jetzt eine eigene Bestell-Plattform starten und den Versandhandel "freigeben".

Mit einer klitzekleinen, aber leider entscheidenden Einschränkung: "Abholen muss sich der Patient seine Medikamente jedoch immer noch selbst." Und mit diesem Satz erweist sich die ganze Meldung als Rosstäuschung. Dass die Apotheke immer häufiger das verlangte Medikament erst bestellen muß und der Patient nicht umhin kommt, ein zweites Mal zum Abholen dorthin zu gehen, ist traurig und wohl nicht zu ändern. Aber dass nun gefeiert wird, wenn der Kranke (wieder) nur noch einmal hinzulaufen braucht (und im Internet bestellen darf), ist dreist. Denn wo liegt nun der Fortschritt? Dem Apotheker mitteilen, welche Medizin man gerne kaufen würde, kann man auch am Telefon. Das konnte man immer schon und dafür braucht man auch nicht das Internet.

Und beim Großhändler wiederum das Gewünschte bestellen, bleibt dem Pharmazeuten nach dieser Freigabe auch nicht erspart. Mit anderen Worten: Nichts als heisse Luft und ein Marketing-Trick, der höchst durchschaubar ist. Denn dass ein Versand nie sicher sei, dies Argument zieht nicht. Dann muß er eben sicher gemacht werden - und das sollte doch möglich sein.

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