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Blutige Hatz in Pamplona: Neun Schwerverletzte bei StiertreibenDPA-Datum: 2004-07-12 14:07:56

Pamplona (dpa) - Bei einem der blutigsten Stiertreiben der vergangenen 25 Jahre sind am Montag im nordspanischen Pamplona neun Menschen auf die Hörner genommen und schwer verletzt worden. Am schlimmsten traf es einen Spanier, der gleich fünf Mal in Gesäß, Oberschenkel und Unterarm getroffen wurde.

Pamplona (dpa) - Bei einem der blutigsten Stiertreiben der vergangenen 25 Jahre sind am Montag im nordspanischen Pamplona neun Menschen auf die Hörner genommen und schwer verletzt worden. Am schlimmsten traf es einen Spanier, der gleich fünf Mal in Gesäß, Oberschenkel und Unterarm getroffen wurde.

Sein Zustand sei ernst, er schwebe aber nicht in Lebensgefahr, teilten die Ärzte mit. «So etwas haben wir seit Anfang der 80er Jahre nicht mehr erlebt», sagte ein Rot-Kreuz-Sprecher. Für 18 Läufer endete das Spektakel im Krankenhaus, insgesamt 105 Menschen wurden von den Sanitätern behandelt.

Die Hatz war diesmal besonders gefährlich, weil sich die Teilnehmer am Eingang zur Arena stauten und die 600-Kilo-Kolosse in die Menschenmenge rasten. Für die Opfer gab es kein Entkommen, unter den Läufern brach Panik aus.

Bei dem traditionellen Spektakel zu Ehren des Schutzpatrons San Fermín werden noch bis Mittwoch jeden Morgen je sechs Kampfstiere und sechs Leitochsen durch die engen Gassen der Altstadt Pamplonas bis in die Arena gejagt. Hunderte waghalsige junge Männer, die «mozos», rennen dabei vor den Tieren her. Als einzige «Waffe», um die Bullen von sich fern zu halten, ist eine zusammengerollte Zeitung erlaubt. Im vergangenen Jahr starb ein 62-jähriger Spanier, 427 Teilnehmer wurden verletzt. Seit 1924 kamen 14 Läufer ums Leben. Tierschützer laufen gegen das durch Ernest Hemingways Roman «Fiesta» (1924) weltberühmt gewordene Spektakel seit jeher Sturm.

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