Blutiger Konflikt kostet weiteren drei Palästinensern das Leben
Arafat kann die Gewalt nicht stoppen

Ungeachtet der Ankündigung einer Waffenruhe durch Palästinenserpräsident Jassir Arafat haben bewaffnete Palästinenser am Montag Angriffe auf israelische Ziele im Westjordanland und im Gazastreifen fortgesetzt.

dpa RAMALLAH/GAZA. Nach israelischen Berichten feuerten sie unter anderem auf Häuser jüdischer Siedler in der geteilten autonomen Stadt Hebron im Westjordanland. Die Armee habe das Feuer erwidert, meldete der israelische Rundfunk am Abend.

Bei Rafah im Süden des Gazastreifens warfen Palästinenser insgesamt 18 Handgranaten auf israelische Armeeposten. Dabei sei jedoch niemand verletzt worden. Arafat hatte Stunden zuvor in einer Botschaft zum jüdischen Neujahrsfest erklärt, er habe seine Sicherheitskräfte angewiesen, die bereits vor drei Monaten mit Israel vereinbarte Waffenruhe in dem blutigen Konflikt "vollständig durchzusetzen". Die israelische Regierung reagierte mit Skepsis.

Arafat soll Worten Taten folgen lassen

Ministerpräsident Ariel Scharon hat die Wiederaufnahme von Gesprächen mit Arafat von einer 48-stündigen, vollständigen Waffenruhe in den Palästinensergebieten abhängig gemacht. In einer ersten Reaktion begrüßte Scharons Sprecher die Erklärung Arafats. "Wir begrüßen seine guten Wünsche (zum Neujahrsfest), aber wir wünschten er würde seinen Worten Taten folgen lassen und die nötigen Schritte unternehmen, das Schießen zu beenden", meinte Scharon-Berater Raanan Gissin.

Ungeachtet der Arafat-Botschaft forderte der blutige Konflikt am Montag erneut drei Todesopfer unter den Palästinensern. Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern, der am 28. September 2000 von einem Besuch des heutigen Premiers Scharon auf dem Tempelberg in Jerusalem ausgelöst wurde, hat nach offiziellen Angaben beider Seiten bereits 665 Palästinenser und 175 Israelis das Leben gekostet.

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