BMW auf Einkaufsliste
Technologiewerte drücken DAX und NEMAX

Kursverluste bei den Indexschwergewichten SAP und Siemens haben die deutschen Standardwerte ins Minus gezogen."Die Anleger flüchten in die Werte der Old Economy", urteilte ein Aktienhändler.

dpa FRANKFURT/MAIN. Von nachgebenden Technologietiteln unter Druck gesetzt hat der Deutsche Aktienindex DAX am Mittwoch Verluste gezeigt. Das Börsenbarometer schloss in Frankfurt um 0,57 % leichter bei 6 823,43 Punkten. Auch die mittelgroßen Werte und die Wachstumstitel gerieten im Sog der Hochtechnologie teils erheblich unter Abgabedruck. Am Wachstumssegment Neuer Markt fiel der NEMAX 50 (Performance- Index) im Handel zwischenzeitlich erstmals seit Januar unter die Marke von 5 000 Punkten. Er schloss aber mit 5 040,17 Punkten nur um 2,16 % leichter und damit klar über der bedeutsamen Marke. Der MDAX aus 70 mittelgroßen Werten gab um 2,03 % auf 4 895,86 Zähler nach.

Als gesucht erwiesen sich Chemie- und Autowerte: "Die Anleger flüchten in die Werte der Old Economy", urteilte ein Aktienhändler von der Investmentbank Warburg Dillon Read am Abend. Bei durchschnittlichen Umsätzen teilten sich diese Titel durchweg die Gewinnerpositionen im DAX. Indexschwergewichte am Neuen Markt wie MobilCom und das Jenaer Software-Unternehmen Intershop zogen den NEMAX abwärts. Mobilcom büßten 12,46 % auf 66,96 Euro ein. Der Intershop-Kurs sank um 4,22 % auf 73,00 Euro.

Der Finanzdienstleister MLP verlor nach einer Herabstufung durch Morgan Stanley Dean Witter 5,81 % auf 162,00 Euro. Firmensoftwarelieferant SAP war mit einem Kursabschlag von 6,40 % auf 266,00 Euro die schwächste Aktie im DAX 30. Marktbeobachter machten die Verluste beim US-Konkurrenten Oracle vom Vortag verantwortlich.

Autowerte waren kurz nach Beginn des Pariser Autosalons überwiegend gefragt. Die BMW-Aktie war auf Erholungskurs und legte um 3,78 % auf 41,20 Euro zu. Die Münchner konnten ihren Absatz in den USA in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent steigern. Volkswagen gewannen 1,56 % auf 55,35 Euro. DaimlerChrysler litt hingegen unter einer Herabstufung durch das amerikanische Investmenthaus Lehman Brothers, die ihr Kursziel wegen eines nur schwachen Chrysler-Geschäftes von 50 auf 43 Euro reduzierten. Die Papiere unterschritten im Handelsverlauf die 50- Euro-Marke, schlossen aber bei 50,21 Euro nur um 1,36 % leichter.

BASF-Aktien gewannen 2,94 % und stiegen auf 41,70 Euro. BASF-Chef Jürgen Strube erwartet ein Gewinnwachstum seines Konzerns von zehn Prozent innerhalb der kommenden drei Jahre. In einem Interview mit der "Financial Times" erklärte Strube, eine Reihe von Modernisierungs-Maßnahmen der Ludwigshafener zeigten nun ihre Wirkung.

Die im EuroStoxx-50 zusammengefassten europäischen Standardwerte sanken in Paris insgesamt um 0,88 % auf 4 959,41 Punkte. Die Börsen in London und Paris gaben im Einklang mit allen wichtigen Handelsplätzen in Europa nach. Der Trend an der Wall Street drehte zuletzt: Der Dow Jones gewann nach frühen Verlusten 0,82 % auf 10 807,41 Punkte. Die NASDAQ legte 0,77 % auf 3 482,33 Punkte zu.

Der Euro wurde zuletzt bei 0,8740 US-Dollar gehandelt. Der Dollar kostete 2,2386 DM. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,8730 (Dienstag: 0,8763) US-Dollar fest. Der Dollar kostete danach 2,2404 (2,2319) DM.

Der Rentenmarkt bewegte sich kaum. Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen lag bei 105,15 Punkten um 0,1 % leichter. Rentenindex REX gab bei 110,02 Zählern ebenfalls um 0,1 % nach. Die Deutsche Bundesbank stellte die Umlaufrendite am Mittag mit 5,28 (Montag: 5,26) etwas höher fest.



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