BMW, Daimler-Chrysler und Volkswagen im Plus
Tarifabschluss stützt Dax-Automobilwerte

Es schien, als wäre beim strahlendem Sonnenschein heute den Anlegern die Lust am Aktienkauf vergangen. Schwache Umsätze ließen den Deutschen Aktienindex (Dax) bis zum frühen Nachmittag um seine Marke vom Vortag dümpeln. Als dann US-Konjunkturdaten veröffentlicht wurden, die unter den Erwartungen lagen, fiel der Dax bis zum Abend um 0,52 Prozent auf 5046,22 Punkte.

FRANKFURT/M. "Heute sind wenige institutionelle Investoren im Markt, die den Kursen richtigen Auftrieb geben könnten", sagte ein Frankfurter Händler. Spektakulärster Ausreißer im Dax war die Aktie des Finanzdienstleister MLP, die auf Grund eines Magazinberichtes um Bilanzmauscheleien fast 15 Prozent abstürzten.

Als zweischneidiges Schwert bezeichneten Händler den am Mittwoch Abend erzielten Tarifabschluss in der baden-württembergischen Metallindustrie. "Die Automobilwerte profitieren davon, dass nach dem Tarifabschluss Streiks erst einmal kein Thema mehr sind", sagte Oliver Opgen-Rhein, Händler bei HSBC Trinkaus & Burkhardt in Düsseldorf. BMW-Aktien legten 1,1 Prozent zu, Volkswagen gewannen 0,9 Prozent und Daimler-Chrysler 0,8 Prozent. Die gebannte Streikgefahr schätzen zwar auch die Experten von UBS Warburg positiv ein. Ein Pluspunkt sei auch die lange Dauer der Kompromisses. Aber sie fürchten auch, dass der Abschluss die Erholung der deutschen Wirtschaft gefährden könnte, vor allem dann wenn er auf andere Branchen ausgedehnt werde.

Die Papiere des Spezialchemiekonzerns Degussa verbuchten nach den zahlreichen Verlusten der vergangenen Tage ein Plus von 5,2 Prozent. Der Versicherer Allianz (minus 0,1 Prozent) und der Energieversorger Eon (plus 0,5 Prozent) profitierten von ihren über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen. Trotz Gerüchten, die Deutsche Telekom werde bis zu 30 000 Arbeitsplätze abbauen, konnte die Aktie des Bonner Ex-Monopolisten ihren Aufwärtstrend der vergangenen Tage nicht fortsetzen. Sie gab 1,2 Prozent nach.

Der Index der mittleren Werte MDax fiel um 0,3 Prozent. Die Papiere von Rhön-Klinikum standen unter Druck, nachdem das Unternehmen die eigenen Prognosen verfehlt hatte.

Die Regionalbörse in München tendierte freundlich, Stuttgart fester und Berlin etwas fester. Kaum Veränderungen gab es an der Hamburger Börse. Etwas leichter zeigte sich Düsseldorf. Schwach notierten Bremen und Hannover.

"Wir haben ganz sicher noch eine holprige Wegstrecke zurück zulegen haben", sagte ein Aktienhändler in London, "denn die Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen deuten immer noch nicht eine durchgängige Erholung an."

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