BMW im America's Cup
Zwei deutsche Segel-Siege bei Kieler Woche

Im Wind-Lotto vor Kiel haben die deutschen Segler zwei Mal das große Los gezogen. Im Yngling nutzten die Steuerfrauen Ulrike Schümann (Berlin) und Kristin Wagner (Feldafing) die Gunst der Stunde sogar zu einem Doppelsieg in der jüngsten olympischen Bootsklasse und buchten bei der "Ersatz-Europameisterschaft" die lukrativen A-Kader-Plätze.

dpa KIEL. Zudem gab es Silbermedaillen durch Stefanie Rothweiler/Monika Leu (Immenstaad) in der 470er-Jolle sowie die Einhand-Segler Michael Fellmann (Sulzberg) im Finn-Dinghy und Petra Niemann (Berlin) im Europe. Im 2.4mR gelang Lokalmatador Heiko Kröger bei der Premiere der Behinderten-Segler mit sieben Siegen in acht Wettfahrten auf Anhieb der ersehnte Erfolg: "Ein Traum ist wahr geworden."

Ein "Dauersturm" über der Ostsee wirbelte beim größten Segler-Fest der Welt das Programm so kräftig durcheinander, dass über ein Drittel der Regatten gestrichen werden mussten. "Wir sind aber mit einem blauen Auge davongekommen", befand Organisationschef Dieter Rümmeli. Lediglich die Wettfahrten in der Tornado-Klasse wurden zu einem Muster ohne Wert. Selbst am Final-Sonntag fielen die Rennen ins Wasser, so dass die Segler nur drei statt zehn Mal punkten konnten: "Es war einfach zu gefährlich. Wenigstens konnte ich so in Ruhe Fußball gucken", sagte Johannes Polgar. Der Kieler beendete die Regatta mit seinem neuen Steuermann, dem eingebürgerten Australier Andrew Landenberger, als Sechster.

Zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in Athen lieferte die deutsche Flotte zufrieden stellende Resultate ab. "Die Ergebnisse sind ermutigend. Wir sind auf dem richtigen Weg", bilanzierte DSV-Spitzenfunktionär Axel Güpner. Durchwachsen verlief das Comeback für Surf-Floh Amelie Lux nach neunmonatiger Krankheitspause. Die Olympia- Zweite von Sydney surfte in der Mistral-Klasse auf Platz 11. "Hauptsache durchgehalten", freute sich die Kielerin. Beste Deutsche war allerdings die Berlinerin Romy Kinzl als Achte. Der Sieg ging an Lai Shan Lee (Hongkong).

Während Amelie Lux als einzige deutsche Medaillen-Gewinnerin dem Olympia-Segeln treu blieb, sucht Roland Gäbler als Bundestrainer seine Erben. Jochen Schümann segelt derweil für die Schweiz im America's Cup. Für einen Sturm der Entrüstung im deutschen Segler-Lager sorgte der am Wochenende bekannt gewordene Einstieg des Automobilkonzerns BMW in die Segel-Königsklasse bei einem US-Team. Die Münchner machen deshalb sogar ihren Autorennfahrer Hans-Joachim Stuck zur Wasserratte. Der Bayer wird Teamsprecher der neu formierten Oracle BMW Racing im America's Cup. "Ich freue mich auf die Herausforderung", sagte "Striezel".

Beim dreimaligen Olympiasieger Schümann stoßen die millionenschwere Finanzspritze, der PR-Gag und der angedachte Technik-Transfer des Konzerns auf wenig Gegenliebe: "Das ist großartig für Oracle, aber nicht für den deutschen Segelsport. Vielleicht hat BMW aber so die Chance, Erfahrungen zu sammeln und beim nächsten Mal etwas deutscher zu sein."

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