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BMW kontra Mercedes: Prestige-Duell der Enttäuschten

Selbst der wahrscheinliche Sieg im prestigeträchtigen Formel-1-Duell über den ungeliebten Rivalen aus Stuttgart sorgt im BMW-Lager nicht für die große Genugtuung. „Das ist nicht entscheidend für uns.“

dpa SUZUKA. Selbst der wahrscheinliche Sieg im prestigeträchtigen Formel-1-Duell über den ungeliebten Rivalen aus Stuttgart sorgt im BMW-Lager nicht für die große Genugtuung. "Das ist nicht entscheidend für uns."

"Es ist viel wichtiger, dass wir die Saison mit einem guten Ergebnis abschließen", forderte BMW - Motorsport-Direktor Mario Theissen nach dem Großen Preis von Japan. Auch für Mercedes-Motorsport-Chef Norbert Haug ist der Kampf mit der Münchener Konkurrenz nicht von herausragender Bedeutung: "Das ist nicht meine große Sorge."

Kein Wunder, denn Mercedes und BMW waren am 7. März mit ganz anderen Erwartungen im fernen Australien in die neue Saison gestartet. Mit ihren britischen Partnern Mclaren und Williams wollten die beiden Autokonzerne Ferrari-Pilot Michael Schumacher jagen, der in Suzuka in seinem Ferrari seinen 13. Sieg in diesem Jahr feierte.

Selbst zusammen haben Williams-BMW (74) und Mclaren-Mercedes (61) in der Konstrukteurswertung gerade einmal knapp über die Hälfte der Ferrari-Punkte (254) gesammelt. Mit BAR-Honda (116) und Renault (100) liegen zwei weitere Teams vor ihnen auf den Plätzen zwei und drei. "Es war eine sehr schwierige Saison", gibt Theissen zu, fand aber auch den positiven Aspekt: "Keiner von uns hat den Kopf in den Sand gesteckt."

Nach der Rückkehr von Ralf Schumacher in die Erfolgsspur mit Platz zwei und zwei weiteren Punkten durch den Kolumbianer Juan-Pablo Montoya in Suzuka hofft Theissen auch beim Finale in Sao Paulo auf ähnliche Resultate: "Das wäre ein Motivationsschub für den Winter." Für Ralf Schumacher, der in der nächsten Saison für den japanischen Rennstall Toyota fährt, zählt dagegen der Sieg über Mercedes noch etwas: "Es war wichtig für das Team, unsere Position zu stärken, speziell gegenüber Mclaren-Mercedes."

Nach der total verkorsten Saison soll im nächsten Jahr wieder angegriffen werden. "Das Ziel ist gleichzuziehen mit den Spitzenreitern", so Theissen. Neue Fahrer - Mark Webber (Australien) und voraussichtlich Jenson Button (Großbritannien) - sollen dem britisch-bayerischen Team dabei helfen. Mclaren-Mercedes setzt neben Kimi Räikkönen (Finnland) auf Montoya. "Wir arbeiten in die richtige Richtung", glaubt Haug.

Derweil feierten die italienischen Medien wieder einmal Michael Schumacher und verglichen ihn mit dem Taifun "Ma-On", der auch das Rennen in Suzuka bedroht hatte. "Der Wirbelwind Schumi zog glorreich über Japan hinweg und hinterließ eine funkelnd rote Spur", schrieb die "La Gazzetta dello Sport". "Il Tirreno" sah Japan vom "Taifun Schumi überrollt". "La Stampa" stellte nach Schumachers erstem Sieg seit drei Rennen fest: "Schumi hatte wieder Hunger."

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