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BMW profitiert von neuen Modellen - Risiko Dollar

vwd MÜNCHEN. Bei der BMW AG werden die positiven Geschäftsaussichten dank neuer Modelle zunehmend von der Sorge überschattet, dass der schwache Dollar die erhofften Gewinnzuwächse im kommenden Jahr deutlich schmälern könnte. Einige Analysten haben ihre Ergebnisschätzungen für den Münchner Automobilhersteller deswegen bereits nach unten korrigiert. Die Währungsrisiken spiegeln sich laut Markteilnehmern auch im Kurs der BMW-Aktie, die zuletzt um 32 Euro dümpelte und damit weit entfernt von ihrem bisherigen Höchstwert von fast 48 Euro aus dem Jahr 2002 liegt.

BMW sieht sich trotz des Höhenflug des Euro im kommenden Jahr weiter auf Erfolgskurs: "Wir gehen davon aus, dass neue Modelle und die Erneuerung bestehender Baureihen uns auch 2005 ein Absatzplus bescheren werden", gab sich der Vorstandsvorsitzende Helmut Panke vor einigen Wochen in einem Zeitungsinterview zuversichtlich. Im März bringt der Automobilhersteller mit dem neuen 3er die fünfte Generation seiner volumenstärksten Modellreihe auf den Markt. Zudem wird der 1er dann voll verfügbar sein, der im Herbst in der Kompaktklasse an den Start gegangen ist.

Analysten befürchten 2005 relativ hohe Währungsbelastungen

Angesichts der insgesamt positiven Geschäftsaussichten - im laufenden Jahr werden neue Bestmarken bei Absatz, Umsatz und Ergebnis angestrebt - könnten die Aktionäre also durchaus zufrieden sein, wären da nicht die Befürchtungen vor möglichen Währungsbelastungen im kommenden Jahr. "Die durch diese Unsicherheit erhöhte Risikoprämie begrenzt unseres Erachtens das Kurspotenzial der BMW-Aktie", heißt es in einer Analyse von Helaba Trust. Einige Experten rechnen für die kommenden Monate mit einem weiteren Anstieg des Euro auf 1,40 US-Dollar.

Nachdem BMW für 2004 gegen Währungsrisiken noch weitgehend gesichert war, liegt die Quote im kommenden Jahr lediglich bei rund 30 Prozent. "Die geringere Sicherung könnte die Effekte der Modelloffensive größtenteils aufzehren", warnt Georg Stürzer von der Hypovereinsbank (HVB). Diese Einschätzung teilen auch die Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW). Bei einem angenommenen Eurokurs von 1,30 US-Dollar im kommenden Jahr würde sich der Vorsteuergewinn des Konzerns laut den Experten um 750 Mio bis 800 Mio Euro vermindern.

Panke hält die Währungsrisiken dagegen für beherrschbar und versucht die Bedenken zu zerstreuen. Der Höhenflug des Euro bereite ihm "keine schlaflosen Nächte", die Belastungen würden im Extremfall "ein paar hundert Mio Euro" betragen. Der Automobilhersteller sieht den Dollar als unterbewertet an und rechnet mit einem Eurokurs von 1,10 bis 1,15 US-Dollar. Eine verstärkte Verlagerung der Produktion an den US-Standort in Spartanburg als Folge der Devisenkurse plant BMW bislang nicht. "Wechselkurse ändern sich", heißt es zur Begründung.

Im Zeitraum Juli bis September hat der starke Euro das Ergebnis des Konzerns laut Experten nicht wesentlich belastet. Der Automobilhersteller präsentierte dank neuer Modelle das beste dritte Quartal seiner Unternehmensgeschichte. Die Münchner verfehlten auf Grund bilanzieller Effekte infolge des gestiegenen Leasing-Geschäftes zwar dennoch die Analystenerwartungen, schlugen sich aber trotzdem deutlich besser als die Konkurrenz. So verzeichnete Konkurrent Mercedes wegen Modellwechseln, Qualitätsproblemen sowie Absatzschwierigkeiten beim Smart einen Gewinneinbruch um 62 Prozent.

HVB-Analyst Stürzer hat wie zuletzt Credit Suisse First Boston (CSFB) die BMW-Gewinnprognosen für 2004 und 2005 gesenkt und rechnet im laufenden Jahr bei dem Automobilhersteller mit einem Anstieg des Nettogewinns auf 2,17 Mrd Euro, nach 1,94 Mrd Euro im Vorjahr. Für 2005 prognostiziert er 2,37 Mrd Euro. BMW setzt 2005 große Hoffnungen auf die neue 3er-Reihe Auch im kommenden Jahr sollen neue Modelle dem Automobilhersteller zu einem steten Absatzzuwachs verhelfen.

Große Hoffnungen setzt der Konzern vor allem auf den neuen 3er, der ab Frühjahr 2005 bei den Händlern steht. Im vergangenen Jahr verkauften die Münchener von ihrer wichtigsten Modellreihe 528.400 Fahrzeuge, was 56,9 Prozent des Konzernabsatzes entspricht. Für Zuwächse soll auch der neue 1er sorgen. Mit den Kundenreaktionen auf das Kompaktmodell ist BMW nach eigenen Angaben sehr zufrieden. BMW will bis Ende 2004 mehr als 30.000 3er-Fahrzeuge verkaufen.

Der Automobilhersteller steckt derzeit in der größten Modelloffensive seiner Geschichte. Seit Mitte des vergangenen Jahres kamen die neue 5er-Reihe, das 6er Coupe, der Geländewagen X3, das Mini-Cabrio sowie der 1er auf den Markt. Nach dem Einstieg in die Kompaktklasse sieht der Konzern offenbar in einem weiteren Segment Expansionsmöglichkeiten, in dem er bislang noch nicht vertreten ist. So denkt BMW derzeit intensiv über den Bau eines Van nach - von den Münchnern als "raumfunktionales Konzept" bezeichnet. Eine endgültige Entscheidung über das Projekt soll 2005 fallen.

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