Archiv
BMW steuert Absatzplus von neun Prozent an

Mit Hilfe des neuen "Mini" steuert der Münchener Automobilkonzern BMW in diesem Jahr die Marke von 900 000 verkauften Fahrzeugen an und will damit die Entwicklung der ersten fünf Monate fortschreiben.

Reuters GUBBIO. "In der Gruppe ist das ein ganz vernünftiges Wachstumstempo", sagte BMW-Vertriebsvorstand Michael Ganal am Dienstagabend mit Blick auf die neun Prozent mehr Absatz, die BMW bis zum Monat Mai verzeichnet hat. "Dass die Premium-Marken eine eigene Konjunktur haben, bewahrheitet sich stärker als angenommen", sagte er. Der Nachfolger des britischen Kultautos der 60-er Jahre, der im italienischen Gubbio (bei Perugia) vorgestellt wurde und von September an europaweit verkauft wird, soll 2001 bereits 35 000 Mal produziert werden.

Im vergangenen Jahr hatte BMW ohne Rover 822 000 Fahrzeuge verkauft. Neun Prozent mehr würden für dieses Jahr 896 000 Autos bedeuten. Mit den weiteren Modellplänen hat der Münchener Konzern wieder 1,3 Mill. Stück im Visier, in etwa so viele wie vor dem Verkauf der verlustreichen Tochter Rover. "Das ist die Größenordnung, wenn wir mit allen Fahrzeugen im Netz sind", sagte der Vertriebschef vor Journalisten. "Aber das ist kein Ziel", fügte er hinzu. Nach dem "Mini" will BMW vom Jahr 2004 an eine "1er-Reihe" auflegen, die am oberen Rand der unteren Mittelklasse, der "Golf-Klasse", positioniert werden soll. Auch der freizeitorientierte Geländewagen X5 soll mit dem X3 einen kleineren Bruder bekommen.

Eine "Familie" rund um den Mini sei dagegen erst nach Ende des ersten, rund siebenjährigen Produktlebenszyklus ein Thema, sagte Ganal. Über die Produktion eines Dieselmotors für den Kleinwagen spreche BMW weiterhin mit dem japanischen Toyota - Konzern. "Aber es gibt noch keine Unterschrift", betonte er. Die Benzinmotoren mit 90 PS ("Mini One") und mit 115 PS ("Mini Cooper") kommt aus dem brasilianischen Curitiba, einem Joint Venture mit DaimlerChrysler.

Die Produktion im englischen Oxford hat BMW Ganal zufolge auf rund 100 000 "Mini" ausgelegt. Dort hat der Konzern rund 230 Mill. Pfund (650 Mill. DM) in den Umbau des Werkes gesteckt, in dem ursprünglich der Rover 75 entstehen sollte, und einen Großteil davon bereits im Jahr 2000 abgeschrieben. "Ich glaube, dass wir die richtige Größenordnung haben", sagte Ganal. Die 100 000er-Marke werde aber erst 2003 erreicht, da der mit 165 PS motorisierte Modell "Mini Cooper S" erst im März 2002 eingeführt wird. Zum gleichen Zeitpunkt kommt der "Mini" auch in den USA und Japan auf den Markt.

Allein ein Viertel der Nachfrage nach dem "Mini" erwartet Ganal von dessen Heimatmarkt Großbritannien. In Deutschland wird der Kleinwagen über die Hälfte der rund 850 BMW-Händler vertrieben. Auch auf den traditionell auf große Limousinen konzentrierten amerikanischen Markt, wo der alte "Mini" nur von 1962 bis 1967 überhaupt verkauft worden war, setzt BMW aber Hoffnungen: "Die positive Resonanz der Händler dort ist vielleicht die größte Überraschung", sagte Ganal.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%