BMW und Commerzbank verpassen Aufstieg
Reform der MSCI-Indizes birgt Überraschungen

Der erste Schritt der MSCI-Reform brachte aus deutscher Sicht einige unerwartete Ergebnisse. Während der Autobauer Porsche in den MSCI-Europe aufsteigt, geht BMW leer aus.

HB FRANKFURT/M. Für den Sportwagenbauer Porsche hat der vergangene Samstag eine freudige Überraschung gebracht. Wenn der international führende Anbieter von Aktienindizes, Morgan Stanley Capital International (MSCI), seine Marktbarometer auf den so genannten Streubesitz umstellt, werden die Vorzugsaktien von Porsche in den viel beachteten MSCI-Europe-Index aufrücken. Dagegen verpassten die beiden Favoriten BMW und Commerzbank den Aufstieg in das Marktbarometer. Auch die Mobilfunktochter von France Télécom, Orange, ging überraschend leer aus, während der Schweizer Compagnie Financière Richemont entgegen den Erwartungen der Aufstieg gelang.

Am Samstag hatte MSCI erstmals Daten für seine Indexreform vorgelegt, die in zwei Stufen im November 2001 und im Mai 2002 umgesetzt wird. MSCI stellt dann die Berechnung seiner Börsenbarometer als letzter der großen Spieler im internationalen Indexgeschäft endgültig auf die Zahl der frei handelbaren Aktien um.

Neben Porsche sollen dann der Chiphersteller Infineon, die Deutsche Post, der Finanzdienstleister MLP und der Pharmawert Altana in den MSCI-Europe aufrücken. Dagegen müssen Hochtief, Dyckerhoff, EM.TV, D.Logistics, Bilfinger+Berger sowie FAG Kugelfischer ihre Plätze räumen. In den MSCI-EMU, der die größten Werte in der Währungsunion abbildet, steigen außer den bereits genannten Werten, die Deutsche Börse, FMC, die Software AG, Wella und Aixtron auf. Die Plätze in den MSCI-Indizes sind heiß begehrt, da Investoren, die sich eng an den Marktbarometern orientieren, die Aktien von Aufsteigern zukaufen müssen.

Zu den großen Verlierern der Umstellung auf den Streubesitz werden nach Analystenschätzungen wegen des noch immer hohen Staatsanteils die France Télécom und die Deutsche Telekom gehören. Aber auch der japanische Telekomriese NTT, der französische Kosmetikkonzern L?Oreal und der Versicherer Allianz werden an Gewicht verlieren. Dagegen gehören der britische Ölkonzern BP und die Nummer eins auf dem europäischen Mobilfunkmarkt, Vodafone, zu den Gewinnern der Umstellung, weil fast alle ihre Aktien breit gestreut sind.

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