BMW und Lufthansa legen zu
Dax tendiert freundlich

Angeführt von deutlichen Kursgewinnen der Lufthansa und der Technologiewerte haben die deutschen Aktienmärkte am Dienstag in einem umsatzschwachen Handel freundlich tendiert.

Reuters FRANKFURT. Die zunächst gut behauptete Eröffnung der US-Börsen habe sich kaum auf die Kurse ausgewirkt, sagten Händler. BMW schwächten sich nach der überraschenden Ankündigung der Ablösung von BMW-Chef Joachim Milberg im kommenden Frühjahr nur kurzzeitig ab, legten dann aber wieder zu. Die jüngste Verschärfung des Konflikts in Israel spielte am Aktienmarkt Händlern zufolge nur eine untergeordnete Rolle. Die in Deutschland gehandelten Aktien des insolventen Energiehändlers Enron legten bei hohen Umsätzen kräftig zu.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) stieg bis zum Nachmittag um 0,56 Prozent auf 5 016 Punkte und konnte sich damit über der psychologisch wichtigen Marke von 5 000 Punkten halten. Am Neuen Markt erhöhte sich der Auswahlindex Nemax-50 um gut ein Prozent auf 1 220 Punkte. Der M-Dax für mittelgroße Werte tendierte ebenso freundlich bei 4 295 Zählern. Im US-Handel lag der Dow-Jones-Index nach einer freundlichen Eröffnung leicht im Plus bei 9 775 Stellen und der technologielastige Nasdaq rund ein Prozent höher bei 1 924 Zählern.  

Dem Markt fehle derzeit eine eindeutige Tendenz, sagten Marktteilnehmer. Positiv sei allerdings, dass sich der Dax oberhalb der Marke von 5 000 Punkten halte. Sollte er die kommende Widerstandsmarke von 5 030 Zählern überwinden, sei ein Anstieg auf bis zu 5 150 Stellen bis zum Jahresende möglich, sagte Stefan Buchholz von der DZ Bank.

Händler führten den Aufschlag der Lufthansa -Aktien von 3,92 Prozent auf 14,83 Euro auf eine Analystenempfehlung zurück. Merrill Lynch hatte das Papier mittelfristig auf "Buy" heraufgestuft und ein Kursziel von 25 Euro genannt. Die Zuwächse bei den Technologietiteln begründeten Börsianer mit dem Anstieg des US-Einkaufsmanagerindexes NAPM vom Vortag. Wichtig für die weitere Entwicklung sei aber, dass sich der Nasdaq-Index über der Marke von 1 900 Punkten halte, sagte Buchholz. Von einer erwarteten Prognosen-Anhebung des führenden US-Chipherstellers Intel konnte vor allem der Halbleiter-Hersteller Infineon profitieren. Dessen Aktien verteuerten sich um 6,52 Prozent auf 23,85 Euro.

Kurzfristige Schockreaktion bei BMW

Der vorübergehende Kursrückgang der BMW -Aktie war nach Einschätzung von Buchholz nur eine erste Schockreaktion. Eine längerfristige Belastung durch die Ankündigung sehe er nicht. Milberg sei allerdings erst relativ kurz im Amt. Der designierte Nachfolger, Finanzvorstand Helmut Panke, sei für ihn zudem ein unbeschriebenes Blatt, fügte Buchholz hinzu. Den BMW-Plänen zufolge soll Milberg im kommenden Mai von Panke abgelöst werden. Die Aktie tendierte am Nachmittag 1,94 Prozent im Plus bei 37,26 Euro und damit auf dem gleichen Niveau wie vor der Ankündigung.

"So schrecklich sich das anhört, an den täglichen Terror in Israel haben wir uns gewöhnt", sagte ein Börsianer mit Blick auf die jüngste Gewalteskalation in der Krisenregion. "Auch wenn es gerade etwas schlimmer als normal ist, die Börse kann darauf nicht immer reagieren." Die israelische Armee griff am Dienstag nach Angaben von Augenzeugen erneut Ziele im Westjordanland und im Gaza-Streifen an, nachdem am Wochenende zahlreiche Menschen bei palästinensischen Selbstmordanschlägen getötet worden waren.

Auf der Verliererseite standen unterdessen Bayer und BASF . Händlern zufolge litten diese Werte offenbar unter steigenden Rohölpreisen auf Grund der neuen Gewaltwelle in Nahost. Die Bayer-Aktien verteuerten sich um 2,55 Prozent auf 35,52 Euro, BASF -Titel zogen um 2,26 Prozent auf 41,87 Euro an.

In der Liste der umsatzstärksten Titel belegten Enron hinter der Telekom-Aktie und vor Infineon den zweiten Platz. Die Papiere stiegen in der Spitze um das doppelte und lagen am Nachmittag noch 72,34 Prozent im Plus bei 0,81 Euro. Das Jahreshoch hatte jedoch bei 40,19 Euro gelegen.

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