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BMW und Mercedes gegen Mosleys Motoren-ModellDPA-Datum: 2004-07-04 12:17:55

Magny-Cours (dpa) - BMW und Mercedes halten nichts von Max Mosleys radikalem neuen Motoren-Modell. Beide Hersteller unterstützen allerdings die allgemeine Zielsetzung Mosleys die Sicherheit in der Formel 1 weiter zu erhöhen und die ausufernden Kosten drastisch zu reduzieren.

Magny-Cours (dpa) - BMW und Mercedes halten nichts von Max Mosleys radikalem neuen Motoren-Modell. Beide Hersteller unterstützen allerdings die allgemeine Zielsetzung Mosleys die Sicherheit in der Formel 1 weiter zu erhöhen und die ausufernden Kosten drastisch zu reduzieren.

«Wir sind in diesen Punkten Pioniere», sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug vor dem Großen Preis von Frankreich. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen erklärte: «Wir müssen diese Probleme lösen.» Keine Zustimmung fand der im Oktober zurücktretende Präsidenten des Internationalen Automobilverbandes (FIA) für seine Pläne zur einschneidenden Power-Drosselung.

Der 64 Jahre alte Brite forderte in Magny-Cours, die Laufzeit eines Motors in der kommenden Saison von einem auf zwei Grand-Prix-Wochenende zu verdoppeln. 2006 sollen nach Mosleys Willen die Triebwerke nur noch 2,4 Liter und 8 Zylinder haben. Die aktuellen 3-Liter-Motoren mit 10 Zylindern dürften dann nur noch mit Drehzahlbegrenzung eingesetzt werden, so dass sie weniger als die neuen abgespeckten Versionen leisten könnten.

Haug und Theissen warnten vor übereilten Schritten, die dann doch nicht den gewünschten Effekt brächten. «Wir haben jetzt die teuerste Art, 900 PS darzustellen. Wir wollen nicht auf die teuerste Art 700 PS produzieren», erklärte der Mercedes-Mann, dass dieser 2,4-Liter keine Einsparungen zur Folge hätte. Laut BMW-Direktor Theissen wäre ein solcher Motor «höchstens sechs bis sieben Prozent billiger als ein aktueller». Ein größerer, robusterer Motor ohne extrem teuere Materialien wäre dank seiner längeren Laufzeit und billigeren Herstellung nach Ansicht beider Experten die kostengünstigere Variante.

Der angestrebte Achtzylinder führt laut Haug und Theissen auch nicht zu mehr Sicherheit. «Die schnelleren Rundenzeiten kommen von den Reifen und der Aerodynamik, da ein Motor in dieser Saison ein ganzes Rennwochenende halten muss», sagte Theissen. Haug glaubt, dass die jüngsten schweren Unfälle von Ralf Schumacher und Felipe Massa mit jeweils über 300 km/h «auch mit 200 PS weniger nicht viel anders verlaufen wären».

Beide äußerten sich zuversichtlich, dass es in den umstrittenen Fragen zu einer Einigung kommen wird. Die Technische Arbeitsgruppe der Formel 1, in der die Technik-Direktoren der zehn Teams sitzen, soll nun innerhalb von zwei Monaten eigene Vorschläge zu Aerodynamik, Motoren und Reifen entwickeln. Haug kündigte an, mit Mosley den gesamten Komplex zu diskutieren. «Es geht um zu viel, es geht um die Zukunft der Formel 1. Da können keine Privatfehden ausgetragen werden», sagte er zu dem ständigen Gerangel zwischen dem inzwischen amtsmüden FIA-Präsidenten und einigen Teamchefs.

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