BMW unter Druck
Dax profitiert von fester Nasdaq

Die Neuberechnung der viel beachteten Börsenbarometer des Indexanbieters MSCI haben am Montag die deutschen Standardwerte zeitweise belastet und der Aktie des Autokonzerns BMW kräftige Verluste beschert.

Reuters FRANKFURT. In einem insgesamt eher richtungslosen Handel am Gesamtmarkt leide die BMW-Aktie offensichtlich unter der Nichtaufnahme in die MSCI-Indizes, sagte Dirk Bach, Aktienhändler bei der DG-Bank. Nachdem das Börsenbarometer Dax über weite Strecken unter Druck gestanden hatte, wurde der Gesamtmarkt im Verlauf von einem festen Handelsauftakt an der US-Technologiebörse Nasdaq inspiriert und stieg am Nachmittag um knapp 0,8 % auf 6 235 Punkte. Am Neuen Markt stieg der Nemax-All-Share-Index um rund 1,4 % auf 1 873 Zähler, der Nemax 50 gewann 3,2 % auf 1 853 Punkte hinzu.

Die Titel von BMW verloren im Handelsverlauf zeitweise um mehr als drei Prozent auf 40,23 Euro, erholten sich später aber wieder etwas. Händler sagten, die Tatsache, dass BMW nicht und stattdessen Porsche in den Indizes vertreten sein werde, habe den Markt überrascht. Jacomo Fachinotti von MSCI in Genf begründete die Entscheidung damit, dass BMW eine zu hohe Marktkapitalisierung habe und die deutsche Autobranche somit quasi überrepräsentiert worden wäre. Die Aktien von Porsche gewannen um 3,5 % auf 383 Euro an Wert.

Finanzexperten äußerten sich unterschiedlich über die Auswirkungen der Index-Umstellung auf den Gesamtmarkt. Ralf Müller-Rehbehn, Fondsmanager bei Deka, wies der Indexanpassung keine wesentliche Bedeutung für das Geschehen am Markt zu. "Das ist für den Markt ein Non-Event, da die großen Fondsgesellschaften mehrheitlich aktiv gemanagte Fonds haben, bei denen eine Indexanpassung nicht zu Umschichtungen führt", sagte er. "Wir kaufen oder verkaufen aus fundamentalen Gründen und nicht, weil sich die Gewichtung einzelner Titel in einem Index ändert." Zudem läge die Umstellung noch zu sehr in der Zukunft, als dass man schon derzeit von Auswirkungen sprechen könne. Selbst bei den institutionellen Investoren, die passiv orientiert seien und somit Indizes mit ihren Fonds exakt nachbildeten, hänge es von den Vertragsbedingungen ab, ob sie zum jetzigen Zeitpunkt oder erst bei Einführung der Indizes die Werte kaufen könnten, sagte Müller-Rehbehn.

Knut Hochwald, Händler bei der Hamburger Sparkasse, wies der Umgewichtung dagegen eine größere Bedeutung zu. "Natürlich hat MSCI einen massiven Einfluss auf den Markt. Ich glaube, wir werden weitere Verkaufsorders für den deutschen Markt und Europa sehen. Es wird mehr Geld in die USA fließen." Die Kapitalumschichtungen von der Euro-Zone in die USA belasteten am Montag auch den Euro. Die Gemeinschaftswährung notierte am Nachmittag bei 0,8753 $ nach einem Schluss von 0,8803 $ am Freitag. Am Wochenende hatte Morgan Stanley Capital International (MSCI) mitgeteilt, den Anteil deutscher Titel in den großen länderübergreifenden Aktienindizes deutlich zu verringern. Auch andere Länder der Euro-Zone wurden in ihrer Bedeutung herabgestuft.

Im Sog eines festen Auftaktes der US-Technologiebörse Nasdaq stützten am Nachmittag Kursgewinne bei den Technologiewerten den Dax. Die Aktien von Epcos stiegen um sechs Prozent auf 76,75 Euro, die Anteile von Siemens zogen um 1,8 % und die von Infineon um rund 3,3 % an. Die Papiere der Deutschen Telekom, die zunächst Abschläge verzeichneten, stiegen um 1,7 % auf 25,95 Euro. Die US-Börsen notierten rund zwei Stunden nach Handelsstart uneinheitlich. Während die Nasdaq um drei Prozent auf 2 266 Punkte zulegte, pendelte der Industriewerte-Index Dow Jones um den Schlusskurs vom Freitag von 11 301 Zählern.

Der Nebenwerte-Index MDax notierte um 0,3 % fester.

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