BMX Olympia
Chausson und Strombergs holen Gold im BMX

Die Französin Anne-Caroline Chausson und der Lette Maris Strombergs haben die Goldmedaille im BMX-Wettbewerb gewonnen. Silber holten Laetitia le Corguille und Mike Day.

Als ein Teufelskerl namens Maris Strombergs auf dem "Highway to Hell" zu Gold gerauscht war, hatten die BMX-Wettbewerbe nach einer spektakulären Show mit Stunts und Stürzen den Höhepunkt ihrer Olympia-Premiere erreicht. Die Trendsportart sorgte auf der ganz großen Bühne für das erwartete Kontrastprogramm und hofft nun auf ein langfristiges Dasein im Programm der Sommerspiele.

"Großer Moment für den BMX-Sport"

"Das ist ein großer Moment für den BMX-Sport. Viele junge Fahrer werden kommen und unsere Sportart ausprobieren. Das wird helfen, BMX weiter aufzubauen", prophezeite der Lette Strombergs, der im Finale die amerikanischen Konkurrenten Mike Day und Donny Robinson auf die Plätze verwiesen hatte. Bei den Frauen gab es einen französischen Doppelsieg durch Anne-Caroline Chausson und Laetitia le Corguille vor der Amerikanerin Jill Kintner.

Sicher dürfte "Bicycle motocross" für manch einen Zuschauer gewöhnungsbedürftig gewesen sein, aber wer unterhalten werden wollte, kam auf dem Laoshan-Kurs auf seine Kosten. Aus den Boxen dröhnten AC/DC und Led Zeppelin, Chearleader heizten das Publikum ein und auf der "Buckelpiste" war Action angesagt, wenn sich acht Fahrer(-innen) von der acht Meter hohen Rampe runterstürzten und für rund 35 Sekunden das Publikum in Atem hielten.

Der Anfang scheint gemacht. "Das war eine große Show", meinte Robinson und ergänzte: "Ich denke, wir haben viele begeistert. BMX ist ein Sport für die ganze Familie. Die Kinder finden es cool und die Eltern wissen auch noch, wie cool es war." Man werde 2012 in London wiederkommen und eine noch bessere Show abliefern.

Crash bei Tempo 60

Das Finale der Männer war der spektakuläre Höhepunkt. In einem knappen Finale bei Tempo 60 rappelte es in der vorletzten Kurve, als Sifisio Nhlapo (Südafrika), Damien Godet (Frankreich) und Jared Graves (Australien) unfreiwillig den harten Asphalt aufsuchen mussten. An der Spitze aber manövrierte Strombergs sein 6,8 Kilogramm schweres Gefährt sicher zum Sieg.

Da Stürze zum BMX-Sport wie die Butter zum Brot gehören, ist es immens wichtig, von der günstigen Innenbahn aus zu starten. Die hatte sich Strombergs mit drei Siegen im Halbfinale gesichert. Die Dominanz des 21-Jährigen dürfte für die Amerikaner besonders bitter gewesen sein, schließlich hatten sie im kalifornischen Chula Vista die Olympiastrecke originalgetreu nachgebaut.

Einen bitteren Moment erlebte auch die britische Topfavoritin Shanaze Reade. Den Sieg vor Augen, kam es in der letzten Kurve zur Karambolage mit Chausson. Reade ("Warum Silber, wenn Gold greifbar ist") fiel, die Französin fuhr weiter und triumphierte. "Ein Traum ist wahrgeworden", meinte die frühere Mountainbikefahrerin. "Ich wollte diese Medaille unbedingt für meinen Vater holen, der letztes Jahr verstorben ist."

Deutsche noch weit von Weltspitze entfernt

Deutsche Teilnehmer waren indes bei der Olympia-Premiere nicht am Start. "Da hinken wir den Top-Nationen noch weit hinterher. Das soll sich aber ändern. 2012 wollen wir zumindest jeweils einen Starter ins Rennen schicken", sagte BDR-Sportdirektor Burckhard Bremer.

Der Berliner musste sich in der Hoffnung auf die dritte deutsche Medaille bis Samstag gedulden. Dann jedenfalls geht Mountainbikerin Sabine Spitz als Goldhoffnung im Cross-Country-Rennen an den Start. Das ursprünglich für Freitag angesetzte Rennen war aufgrund der Regenfälle am Donnerstag um einen Tag verschoben worden.

© SID

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