BNP stuft Empfehlung herab
Thomson überrascht Märkte mit Gewinnwarnung

Der französische Elektronikkonzern Thomson hat am Freitag die Erwartungen für 2003 gesenkt und Umstrukturierungen sowie einen Stellenabbau in einem US-Werk angekündigt. Das Unternehmen senkte sein Ziel für die operative Gewinnmarge um einen Prozentpunkt auf 6,5 Prozent. Der Aktienkurs des viertgrößten Herstellers von Unterhaltungselektonik gab um 13 Prozent auf 14,05 Euro nach.

Reuters PARIS. Thomson plant, die Produktion von Röhren in seinem Werk in Marion im US-Bundesstaat Indiana um die Hälfte zu reduzieren. Zudem soll mit der neuen Bildschirm-Produktion in Circleville, Ohio, nicht fortgefahren werden. Die Auswirkungen der erwarteten Verluste bei den Komponenten würden den operativen Gewinn der Gruppe im ersten Halbjahr auf rund 140 bis 150 Millionen Euro senken, teilte das Unternehmen mit. Für das Gesamtjahr werde die zunächst erwartete Gewinnmarge von 7,5 Prozent um rund einen Prozentpunkt gesenkt. Im vergangenen Jahr hatte die Quote sieben Prozent betragen.

Ein Händler einer Bank sagte, die verringerte Gewinnmarge deute auf einen operativen Gewinn im Gesamtjahr von 550 Millionen Euro gegenüber zuvor geschätzten 670 Millionen Euro hin. Die französische Bank BNP stufte ihre Empfehlung für Thomson herab.

Thomson macht Verluste bei der Röhren- und Bildschirmproduktion in seinen US-Niederlassungen und hat erklärt, diese könnten durch die Geschäfte in Europa und Asien nicht aufgefangen werden. Die Nachfrage und die Preise für Fernsehgeräte in den USA hätten stark nachgegeben. Dagegen bleibe die Profitabilität der Röhrenproduktion in Asien und Europa trotz des schwachen Dollar stabil.

Thomson bekräftigte sein Ziel für den operativen Gewinn von einer Marge von acht bis neun Prozent für 2004. Die Umstrukturierung werde zu Belastungen von 80 Millionen Euro führen, davon seien zwei Drittel in bar und ein Drittel in Abschreibungen. Thomson gab nicht an, wie viele Stellen genau gestrichen würden. Die Belegschaft in Marion werde aber halbiert.

Die Kurse des niederländischen Konkurrenten Philips Electronics fielen ebenfalls und zwar um mehr als vier Prozent auf 17,11 Euro. Ein US-Gericht hatte am späten Donnerstag entschieden, dass eine Philips-Tochter 319 Millionen Dollar plus Zinsens an Schadensersatz an die US-Firma Voklumetrics zahlen muss.

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